Alternative Wohnformen (gemeinschaftliches Wohnen / betreute Wohnpflegegruppe)

 

Immer mehr Senioren versuchen den Einzug in ein traditionelles Pflegeheim zu vermeiden und befürworten stattdessen neuartige alternative Wohnformen. Dies ist auch im Sinne unseres Sozialsystems, da aufgrund der demographischen Entwicklung ansonsten bis zum Jahr 2050 noch ca. 800.000 neue Pflegeplätze hinzukommen müssten. Die damit verbundenen Kosten wären immens. Doch auch für die Senioren selbst bringen alternative Wohnformen den Vorteil, dass sie noch lange selbstbestimmt und in vertrauter Umgebung leben können und trotzdem Sicherheit und Pflege gewährleistet ist. Diese Ziele sollen durch eine funktionierende und verantwortungsvolle Gemeinschaft und gute nachbarschaftliche Beziehungen erreicht werden.

 

Es gibt derzeit verschiedene Modelle für alternative Wohnformen. Zum Beispiel gibt es selbstorganisierte und ambulant betreute Haus- und Wohngemeinschaften. Bei diesem Konzept lebt eine Gruppe von meist 6-8 Senioren in einer in Individualbereiche aufgeteilten Wohngemeinschaft zusammen. Es gibt einige Gemeinschaftsräume und auch Bad und Küche werden oft gemeinsam genutzt. Zur Unterstützung können ambulante Pflegedienste eingesetzt werden.

 

Ein weiteres Konzeptmodell ist das des Integrierten Wohnens und der Mehrgenerationenhäuser. Hier leben Gruppen von Bewohnern, zum Teil aus verschiedenen Generationen, in einem Wohnkomplex zusammen. Die Vernetzung wird durch Gemeinschaftsräume gewährleistet. Teilweise gibt es zur Unterstützung auch Pflegepersonal.

 

Eine Übersicht über die Mehrgenerationenhäuser finden Sie auch auf den Seiten des Deutschen Seniorenportals unter:

http://www.deutsches-seniorenportal.de/mehrgenerationenhaus-suche

 

Für pflegebedürftige Senioren werden betreute Wohnpflegegruppen angeboten. Hierbei werden die Senioren selbst in die Tagesgestaltung mit einbezogen, jedoch übernimmt das Pflegepersonal einen weit größeren Teil der Alltagsorganisation und Haushaltsführung. Auch die Betreuung ist stärker ausgebildet.

Eine weiteres Wohnmodell ist das Quartierskonzept (siehe Kapitel „Quartierskonzepte")

 

Derzeit gibt es, aufgrund schlechter Refinanzierungslage für gewerbliche Bauinvestoren und Wohnungsmangel für größere Wohnungen, nur eine relativ geringe Anzahl an Wohngemeinschaftsangeboten. Es gibt jedoch ein Forum für gemeinschaftliches Wohnen, auf dem man unter der Rubrik Projektbörse einige Ausschreibungen von Wohnangeboten finden kann. Das Forum finden sie unter:

http://www.fgwa.de/

 

Was ist zu beachten?

 

Zu beachten ist besonders, dass es derzeit noch kaum einen Qualitätsvergleich beziehungsweise Zahlenmaterial für diese alternativen Wohnformen gibt. Auch der barrierefreie und altersgerechte Umbau erfordert ein gute Finanzierung und wird deshalb nicht immer vollständig durchgeführt. Auch die tatsächliche Mitwirkungsmöglichkeit hat sich als schwierig erwiesen, da einige Bewohner zu hilfsbedürftig waren um wirklich an der Gemeinschaft und der Haushaltsführung teilzunehmen. Ein zu beachtender Faktor ist also die Rüstigkeit des Seniors.

 

Finanzielles

 

Eine Finanzierung dieser Art von Wohngemeinschaften durch den Sozialträger ist vom Rechtsgeber vorgeschrieben. Jedoch ist zu beachten, dass neben den normalen Mietkosten auch ein Haushaltsgeld sowie Kosten für das Betreuungspersonal und individuelle Pflegeleistungen anfallen. Insbesondere die Mietkosten können je nach Standort stark variieren.

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