Die Gleitsichtbrille -ne Brille für alle Fälle

 

Was ist eine Gleitsichtbrille?

Die Gleitsichtbrille ist ein High-Tech-Produkt, das nicht nur Kurz- oder Weitsichtigkeit ausgleicht, sondern auch gutes Sehen in der Nähe ermöglicht. Dies wird durch drei stufenlos angeordnete Zonen des Brillenglases bewirkt: für die Nähe, die Ferne und den Zwischenbereich. Man braucht also nur eine Brille für alles - die klassische Lesebrille entfällt.

 

Wann brauche ich eine Gleitsichtbrille?

Bei den meisten Menschen setzt ab dem 45. Lebensjahr die sogenannte Presbyopie, die Alterssichtigkeit ein, durch die eine zusätzliche Lesebrille notwendig wird. Das Auge verliert mehr und mehr die Fähigkeit, Dinge in unmittelbarer Nähe zu erkennen. So wird die kürzeste Distanz, über die man noch scharf sehen kann, mit den Jahren immer länger. Dies bemerkt man u.a. daran, dass man beim Lesen die Arme streckt, um noch etwas erkennen zu können.

Während beispielsweise ein junger Erwachsener im Alter von 20 Jahren noch über einen Nahpunkt von etwa 10 cm verfügt, liegt dieser im Alter von 45 Jahren bereits bei ca. 28,5 cm. Anders als bei der Kurzsichtigkeit kann die Alterssichtigkeit nicht durch eine Laser-Operation behandelt werden. Also wird eine Korrektur durch eine Lesebrille notwendig. Wer ohnehin Brillenträger ist, dem, ist die Verwendung einer weiteren Brille zum Lesen oft zu umständlich. Für diejenigen, die  im Alltag nicht ständig zwischen Lese- und Fernbrille wechseln möchten, ist eine Gleitsichtbrille empfehlenswert: Denn sie kann beides!

 

Gibt es Alternativen?

Natürlich ist die Anschaffung einer Gleitsichtbrille nicht die einzige Lösung. Neben dieser gibt es auch Bifokal- und Trifokalbrillen. Bei diesen Ausführungen enthält das Brillenglas zwei bzw. drei Linsen, die deutlich an der Trennlinie zwischen den Linsen zu erkennen sind. Mit diesen kann man ausschließlich auf zwei bzw. drei Distanzen scharf sehen. Im Gegensatz zur stufenlosen Gleitsichtbrille ist der Übergang von der Fern- zur Lesezone abrupt - einen Zwischenbereich gibt es nicht. Eleganter ist dies bei der Gleitsichtbrille gelöst: Hier gehen die Sehfelder randlos ineinander über, so dass scharfes Sehen auf jeder Distanz wieder möglich ist.

 

Welche Vorteile bietet die Gleitsichtbrille?

Ein Vorteil der Gleitsichtbrille liegt klar auf der Hand: Man braucht nur noch eine Brille für alle Alltagssituationen. Der gleitende Übergang zwischen den unterschiedlichen Stärken wird oft als angenehmer empfunden als der harte bei Bifokal- oder Trifokalbrillen, so dass man den gleitenden Übergang nach einer kurzen Eingewöhnungsphase gar nicht mehr spürt. Dadurch, dass der Übergang zwischen den Glaszonen bei Bifokal- oder Trifokalbrillen deutlich erkennbar ist, sieht man außerdem dem Träger der Brille sein Alter förmlich an. Beides sind Gründe, warum Bifokal- und Trifokalbrillen inzwischen beinahe vollkommen vom Markt verschwunden sind. Lediglich Liebhaber, Sammler und absolute Gewohnheitsmenschen sind noch an einzelnen Stücken interessiert.

 

Worauf muss ich beim Kauf achten?

Wichtig bei der Gleitsichtbrille ist die qualitativ hochwertige Verarbeitung der Gläser. Diese beginnt bei der Einarbeitung der individuellen Brillenwerte. Zu empfehlen sind Rückflächen-Progressiv-Gläser. Darunter versteht man, dass der Schliff der Gläser auf deren Innenseite angebracht wird. Dadurch sind die typischen "unscharfen" Felder bei Gleitsichtbrillen von schlechterer Qualität minimal. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Oberflächenveredelung der Gläser. Da Kunststoffgläser weicher als mineralische Gläser sind, werden sie mit einer Härte-Beschichtung veredelt und dadurch widerstandsfähiger gemacht. Störende Spiegelungen und Lichtreflexe werden optimalerweise durch eine Super-Entspiegelung der Gläser minimiert. Eine Anti-Schmutz-Beschichtung sorgt dafür, dass die Brillengläser weniger anfällig für Schmutz und Wasserflecken sind (Lotuseffekt). Für eine Gleitsichtbrille sind Vollrandbrillen, egal ob aus Kunststoff oder Metall, am besten geeignet. Sie kaschieren die unterschiedlichen  Glasstärken besonders gut.

 

Warum raten viele von der Gleitsichtbrille ab?

Aller Anfang ist schwer: Viele schreckt die Eingewöhnungsphase ab, welche jeder Gleitsichtbrillenträger zunächst durchlaufen muss. Bei einer Gleitsichtbrille ist es wie mit einem neuen Paar Schuhe: Sie muss "eingetragen" werden. Man sollte sich und seiner Brille ein paar Tage Zeit geben! Anfangs wird es häufig als schwierig empfunden,den Ort des Scharfsehens zu finden. Manche nehmen auch anfangs die "Unschärfen" am Rand der Gläser als unangenehm wahr. Mit der Zeit findet man sich jedoch immer besser mit der Gleitsichtbrille zurecht. Wer sich einmal an seine Gleitsichtbrille gewöhnt hat, wird nicht mehr darauf verzichten wollen! Übrigens: Je früher man umsteigt, desto schneller und leichter geht auch die Umgewöhnung vonstatten.

 

Gleitsichtbrille - auch am Computer?

Die Gleitsichtbrille stellt den perfekten Begleiter im Alltag dar. Für diejenigen, die häufig Tätigkeiten am Computer ausüben, empfiehlt es sich, eine Zweitbrille anzuschaffen. Der schärfste Lesepunkt der Gleitsichtbrille liegt am unteren Glasrand, was Kopf und Nacken beim Lesen von Büchern oder Zeitschriften ideal entspannt: dabei muss der Blick lediglich ein Stück nach unten bewegt werden. Wer am Computer sitzt, arbeitet jedoch recht nah und in waagerechter Distanz am Bildschirm. Auf Dauer kann die Kopfstellung dabei zu Nackenschmerzen führen. Es ist daher ratsam, sich eine "Arbeitsbrille" anzuschaffen. Die Werte der Gleitsichtbrille lassen sich schnell und einfach für eine dafür optimal angepasste Einstärkenbrille umrechnen.

 

Gleitsichtbrille als Sonnenbrille?

Gleitsichtbrille aus Kunststoff haben einen entscheidenden Vorteil: Sie lassen sich in vielen verschiedenen Farben tönen und eignen sich somit hervorragend als Sonnenbrille. Dabei gibt es einige Kriterien, die es zu beachten gilt: Insbesondere im Straßenverkehr ist es im Sommer (oder im Winter bei Schnee und starker Sonneneinstrahlung) ratsam, eine Sonnenbrille zu tragen. Jedoch ist nicht jede Tönung für den Straßenverkehr geeignet. Zu empfehlen ist eine Tönung von maximal 75%. Stärkere Tönungsgrade schränken die optische Wahrnehmung ein und stellen eine Gefährdung der Sicherheit dar.

Auch bei der Farbe der Tönung gibt es Unterschiede: So sollte man bewusst auf blaue Gläser verzichten: Diese schwächen die Wahrnehmung der Farben Rot und Gelb so stark ab, dass Verkehrsampeln, Bremslichter und Blinker fehlgedeutet werden könnten. Die Glasfarben Grau und Pilotengrün verursachen beim Tragen die geringsten Farbabweichungen. Gelbe Gläser erhöhen sogar ein wenig den Kontrast.

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Quelle: Brille24 GmbH

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