
Ein schöner und gutgepflegter Garten ist ein Gewinn für das Haus und die Lebensqualität jedes Menschen insbesondere eines Senioren. Er verbessert die Gesamtatmosphäre eines Hauses und schafft Erholungs- und Lebensraum. Für viele Menschen ist der Garten der beliebteste Aufenthaltsraum außerhalb der Wohnung. Und gerade dieser Freiraum ist für Senioren wichtig. Es gilt als erwiesen, dass eine Einschränkung des Freiraums und eine Beengung den Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit noch verstärken. Ein Garten dagegen ist etwas an dem man arbeiten kann, wo immer Verbesserungsbedarf besteht und das zur Kommunikation anregt. Gärten schaffen zudem ein Gefühl der Verantwortung und bieten die Möglichkeit zur körperlichen Aktivität. Sie können aber auch als Rückzugsraum vor den Problemen des Alltags dienen.
Ein Garten und sonstige Grünanlagen sollten jedoch immer sorgfältig geplant und gut durchdacht sein. Es kommt dabei nicht direkt auf die Größe der Anlage an, sondern eher auf den Facettenreichtum. Gerade der private Garten sollte überschaubar gehalten werden. Eine größere Parkanlage sollte zum Spazieren einladen, aber weiterhin übersichtlich sein. Die Orientierung kann durch markante Gegenstände und Orte verbessert werden. Aber auch kleinere Gärten können durch eine Laube oder einen Brunnen profitieren.
Um eine optimale Funktionalität des Gartens zu ermöglichen sollten, neben offenen Rasenflächen, auch Rückzugmöglichkeiten wie eine Sitzecke unter einem Baum geschaffen werden. Diese regen zur regelmäßigen Benutzung des Gartens und zur Geselligkeit an.
Doch neben diesen positiven Facetten hat ein Garten auch seine anstrengenden und negativen Seiten. Besonders im Garten passieren die meisten Unfälle, etwa bei der Nutzung von Leitern. Außerdem bedarf ein schöner Garten regelmäßiger Pflege und auch Arbeiten wie die Beseitigung des Laubs müssen bewältigt werden. Um diese Arbeiten für Senioren zu erleichtern, sollten notwendige Hilfsmittel unbedingt angeschafft werden. Beispielsweise kann über einen fahrbaren Gartensitz nachgedacht werden. Um den Garten auch für Rollstuhlfahrer benutzbar zu machen, sollte auf die Befahrbarkeit Wert gelegt werden. Es stellt sich des Weiteren die Frage, ob die bisherige Bepflanzung und das Gehölze durch leichter zugängliche Hochbeete und Spalierobst ersetzt werden sollten. Dies ist jedoch nicht zwingend notwendig. Allerdings sollten Sie sich überlegen, ob Sie auch in den nächsten Jahren noch alle Tätigkeiten im Garten ausführen können, denn im Alter lässt auch immer die Kraft nach. Daher sollte für zu belastende Aufgaben im Garten unbedingt professionelle Hilfe von einem Fachmann angefordert werden. Natürlich kann auch die Familie oder der Nachbar helfen.
Was ist nun, wenn der Garten zwar zur Erholungen dienen und möglichst abwechslungsreich sein soll, jedoch nicht zu viel Arbeit in die Pflege des Gartens gesteckt werden kann? Es gibt Bäume, Pflanzen und Hilfsmittel die die Gartenarbeit deutlich erleichtern. Diese sind:
Obstbäume: Obstbäume können mit einer schwachwüchsigen Unterlage, also dem Teil des Baumes von der Wurzel bis zur Veredelungsstelle, gepflanzt werden. Sie werden nur zwei bis drei Meter hoch und tragen trotzdem viele Früchte.
Wer einen gepflegten Garten haben will, kommt um das Rasenmähen nicht herum. Welcher Rasenmäher eignet sich jedoch am besten und ist noch dazu am sichersten?
Für kleine Rasenflächen ist ein Handspindelmäher vollkommen ausreichend. Er ist leicht, emissionsfrei und leise. Auf die Nachbarn und die Ruhezeiten muss also keine Rücksicht genommen werden. Außerdem ist er am wenigsten gefährlich, denn die Messer rotieren nur wenn der Mäher geschoben wird. Da er sich ganz leicht rollen lässt, kann er auch ohne großen Kraftaufwand genutzt werden.
Der Elektrorasenmäher eignet sich besonders bei größeren Rasenflächen bis zum 500 Quadratmetern. Im Gegensatz zum Benzinmäher ist er leiser und umweltfreundlicher. Allerdings werden beide Mäher schnell heiß und der Benutzer kann sich bei Wartungsarbeiten schnell schneiden. Jedoch stellt das Stromkabel eine Gefahr dar. Zum einen kann man leicht darüber stolpern, zum anderen kann es passieren, dass das Kabel beim Mähen durchtrennt wird. Der Elektromäher sollte nie bei Regen genutzt werden, da die Kabelisolierung eventuell an einer Stelle defekt sein könnte.
Mit dem Benzinmäher muss man sich darum keine Sorgen machen, denn er läuft - wie der Name schon sagt - mit Benzin. Er eignet sich besonders für große Rasenflächen und auch das Umfahren von Bäumen und Blumenrabatten ist kein Problem. Nachteile sind, dass der Benzinmäher Abgase produziert und sowohl laut als auch schwer ist. Durch einen eingebauten Katalysator kann der Schadstoffemission verringert werden.
Falls im Garten Apfel- oder Kirschbäume stehen und diese abgeerntet werden müssen, sollte folgendes beachtet werden. Leitern sollten immer fest stehen und rutschsicher sein. Dabei sind Aluminiumleitern mit gelöcherten Blechen besser als Holzleitern. Sie sind rutschsicherer und witterungsbeständiger und können deshalb auch draußen stehen gelassen werden. So genannte Obstbaum-Leitern sind zusätzlich mit Stützen versehen, die den Stand noch sicherer machen. Allerdings dürfen solche Leitern auch nur auf gewachsenem Boden verwendet werden, da sie mit ihren speziellen Leiterfußspitzen auf festem Boden keinen Halt finden. Wichtig ist auch, dass auf Leitern immer feste Schuhe getragen werden, sodass Sie nicht abrutschen.
Eine Alternative zu Leitern sind Gerüste, die besonders für das Schneiden von Hecken von Vorteil sind. Sie bieten auf geraden Flächen einen festeren und sichereren Stand, weil sie auf vier Füßen stehen. Außerdem ist das Podest auf dem gelaufen werden kann größer, sodass z.B. auch Werkzeuge oder ein Eimer zum Ernten auf dem Gerüst einen Platz finden.
Schönes Wetter lädt zum Arbeiten im Garten ein. Allerdings ist gerade an warmen Tagen einiges zu beachten. Beispielsweise sollten Sie sich mit wasserfester Sonnencreme einreiben, um Sonnenbrand zu vermeiden. Eine Kopfbedeckung schützt nicht nur vor einem Sonnenstich sondern auch die Augen vor hellem Licht. Daneben kann natürlich auch eine Sonnenbrille getragen werden. Damit es nicht zu einem Hitzeschlag kommt, sollte helle Kleidung getragen werden, die auch Arme und Beine bedeckt. Am besten ist es, Gartenarbeiten morgens oder abends durchzuführen, denn dann wird der Körper nicht noch zusätzlich durch die Wärme belastet. Lockt Sie jedoch die Sonne nach draußen, sind ausreichend Pausen im Schatten unumgänglich. Dabei sollte möglichst viel getrunken werden, um den Kreislauf in Gang zu halten.
Nicht nur im Wald besteht die Gefahr eines Zeckenbisses, auch im Garten lauern die kleinen Plagegeister. Den besten Schutz bieten lange Hosen, aber auch Abwehrmittel sind hilfreich. Lassen Sie sich deshalb gegen Zecken impfen. Für die Bewohner von Risikogebieten ist die Zeckenimpfung kostenlos, weil die gesetzlichen Krankenkassen dafür aufkommen. Kontrollieren Sie sich nach jedem Gartenaufenthalt nach möglichen Zeckenbissen. Um Schlimmeres zu vermeiden, sollte die Zecke sofort entfernt werden. Achten Sie dabei darauf, dass Sie die ganze Zecke herausbekommen. Für ein sicheres Entfernen eignen sich Zeckenzangen. Falls nach 2 Wochen noch ein roter Kreis der in der Mitte blasser wird an der Bissstelle zu sehen ist, sollten Sie unverzüglich den Arzt aufsuchen. Dies kann ein Zeichen für eine Borrelieninfektion sein.
Um problemlos vom Haus in den Garten zugelangen, sollten Wege und bei Bedarf auch Treppen angelegt werden. Dabei ist zu beachten, dass Wege zwischen 1 und 1,2 Meter breit sein sollten, damit zwei Personen nebeneinander laufen können. Außerdem wird so gewährleistet, dass auch Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollatoren auf dem Weg Platz haben. Nebenwege zu den Beeten müssen hingegen nur 40 bis 60 Zentimeter breit sein. Des Weiteren ist zu beachten, dass die Wege ein gewisses Gefälle haben sollten, damit Regenwasser ablaufen kann und sich keine Pfützen bilden.
In einigen Gärten sind auch Treppen unumgänglich. Stufen sollten 40 Zentimeter tief und zwischen 12 und 15 Zentimetern hoch sein, um optimal darauf laufen zu können. Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein Geländer. Falls die Treppen viele Stufen haben, können kleine Absätze eingebaut werden. Je nachdem wie groß diese sind, kann dort auch eine Gartenbank hingestellt werden. Für Rollstuhlfahrer und Rollatoren sind Rampen eine optimale Lösung. Diese können z.B. aus Stein gepflastert sein.
Auch das Material spielt eine entscheidende Rolle. Grobporige Pflastersteine sind besonders rutschhemmend. Holz und glatte Steine hingegen können durch Moos und bei Nässe leicht rutschig werden. Aber auch zwischen den Pflastersteinen kann sich Moos ansammeln. Abhilfe schaffen spezielle Moosentfernen aus dem Baumarkt oder Gartencenter, aber auch Fugenbesen und -kratzer. Außerdem sollten die Wege regelmäßig gefegt und von Blättern, Ästen, Blüten und kleinen Kieselsteinen befreit werden, da auch diese Fremdkörper zu Stürzen führen. Ein rutschfester und sauberer Weg dient also der Sturzprophylaxe. Ebenso ist die richtige Beleuchtung wichtig, denn Wege und Treppen sollten immer ausreichend beleuchtet sein Die Lichtschalter sollten leicht erreichbar sein. Besonders praktisch ist gerade im Außenbereich ein Bewegungsmelder, der automatisch an und aus geht. Eine weitere Alternative zu herkömmlichen Lampen sind Solarlampen. Sie sehen nicht nur schön aus, sondern beleuchten auch den Gartenweg und sind noch dazu bereits für wenig Geld erhältlich.
Auch Pflegeheime wissen von den positiven Auswirkungen die ein Garten mit sich bringt. Die Frage, ob ein Garten vorhanden ist, wird auch in unserer Checkliste zur Auswahl eines Pflegeheims aufgeführt. Viele Pflegeheime besitzen einen hauseigenen Garten oder bieten Zimmer mit Balkonen an. Für Senioren, die sich nur noch eingeschränkt bewegen können, sollte der Garten zudem im Blickfeld vom Zimmer aus sein. Denn alle wollen die Schönheit eines Gartens genießen können.
Quelle:
http://www.das-sichere-haus.de/uploads/tx_ttproducts/datasheet/Sicher_gaertnern.pdf (Broschüre zum Thema von Deutsches Kuratorium für Sicherheit in Heim und Freizeit e.V.)
Bildquellen:
Mikiko Walker /
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Petr Kratochvil /
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