Moderne Hörgeräte sind High-Tech-Produkte mit leistungsfähigen digitalen Soundprozessoren. Auf diesen läuft das Herzstück des Hörgerätes, die ‚Anwendungssoftware‘: Spezielle Programme (so genannte Algorithmen) verarbeiten die akustische Umwelt jeweils individuell abgestimmt auf das Hörprofil des Kunden. Die maßgeschneiderte Anpassung und Programmierung erfolgt durch den Hörgeräte-Akustiker.
Hörgeräte sind in drei verschiedenen Bauformen erhältlich:
Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte bestehen aus einem Standard-Gehäuse, das hinter dem Ohr getragen wird, und einem Verbindungsschlauch sowie einer maßgefertigten Otoplastik zur akustischen Verbindung mit dem Ohr.
Klassische Hinter-dem-Ohr Hörgeräte machen in Deutschland ca. 55 bis 65 Prozent der verkauften Hörgeräte aus.
Eine modifizierte Form der Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte sin
d Geräte mit externem Hörer: Bei diesen befindet sich das Gehäuse mit Mikrofon und Soundprozessor hinter dem Ohr, während der Lautsprecher über ein dünnes Kabel direkt im Ohr platziert wird. Durch diesen Aufbau können die Geräte so angepasst werden, dass sie bei hoher Klangqualität nahezu unsichtbar sind.
Hörgeräte mit externem Hörer machen in Deutschland ca. 25 bis 35 Prozent der verkauften Hörgeräte aus.
Im-Ohr-Hörgeräte werden individuell hergestellt. Die gesamte Technik wird im Gehörgang platziert. Jedes Hörgerät ist ein Unikat und maßgefertigt.
Im-Ohr-Hörgeräte machen in Deutschland ca. 5 bis 10 Prozent der verkauften Hörgeräte aus.
Bei der modernen Hörgerätetechnik nehmen Mikrofone den Schall auf und leiten diesen zur Weiterverarbeitung an einen digitalen Soundprozessor weiter. Der Soundprozessor ist ein High-Tech-Computer: Mit nur einer 1,2 Volt Batterie verfügen Hörgeräte-Sound¬prozessoren über die Rechenleistung von über zehn Intel 386er Prozessoren. Diese enorme Rechenleistung ermöglicht eine aufwändige Anwendungssoftware in den Hörgeräten, die die eingehenden akustischen Signale individuell für den Träger weiterverarbeitet. Der Hörgeräte-Akustiker programmiert den Soundprozessor auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kunden. Das Signal wird für das jeweilige Hörprofil des Kunden verstärkt, optimiert und dann über den Lautsprecher wieder ausgegeben. Moderne Systeme können sich danach automatisch an jede beliebige Hörsituation anpassen. Komfortfeatures wie beispielsweise drahtlose Schnittstellen zu Handy, Fernseher, Radio oder Fernbedienung sind ebenfalls schon möglich und erhöhen den Kundennutzen weiter. Die nachfolgende Abbildung zeigt die wesentlichen Komponenten eines Hörgerätes auf:

Abbildung 1: Wesentliche Komponenten eines Hörgerätes. (Quelle: KIND, Großburgwedel 2010)
Bei der so genannten offenen Anpassung wird das Kundenohr nicht vollständig durch das Hörgerät oder die Otoplastik verschlossen. Vielmehr kann beispielsweise durch die Nutzung von Hörgeräten mit externem Hörer ein Großteil des Gehörgangs unverschlossen bleiben, so dass der natürliche Schall parallel zu dem durch das Hörgerät verstärkten Schall an das Ohr gelangt. Dies ermöglicht ein besonders komfortables und natürliches Hör-Erlebnis.
Voraussetzung für diese Technologie sind vor allem leistungsfähige Programme zur Verhinderung von Rückkopplungen. Diese entstehen, wenn der Schall vom Lautsprecher zurück an die Mikrofone gelangt – ähnlich wie beispielsweise auf Konzertbühnen. Offene Anpassungen setzen daher Software voraus, durch die der Soundprozessor Rückkopplungen frühzeitig erkennt und automatisch verhindert.
Moderne Hörgeräte bieten drahtlose Schnittstellen zu Multimedia-Produkten und können damit nahtlos in Handy, Telefon, Fernseher oder Radio integriert werden.
Abbildung 2: Drahtlose Kommunikation mit Hörgeräten (Quelle: KIND, Großburgwedel 2010)
So kann z. B. der Ton des Fernsehers oder Radios in Stereo-Qualität drahtlos direkt in die Hörgeräte eingespeist werden und ermöglicht so ein müheloses Hörerlebnis. Auch das Telefonieren mit dem Handy oder Festnetz-Telefon wird vereinfacht: Die Stimme des Gesprächspartners wird direkt über die Hörgeräte verarbeitet – der Hörgeräteträger muss dabei nicht einmal mehr den Hörer ans Ohr halten.
Neben der Kommunikation bietet die Drahtlos-Technologie bei einer beidohrigen Versorgung die Möglichkeit zur Koordination von zwei Hörgeräten. Beide Hörgeräte können in Echtzeit Steuerungsinformationen untereinander austauschen und damit – für den Kunden unbemerkt – eine optimale Anpassung an die jeweilige Hörsituation vornehmen. Die speziell hierfür vorgesehenen Hör-Programme analysieren gleichzeitig die akustischen Informationen aus beiden Hörgeräten.
Dank fortschreitender Miniaturisierung der Bauteile und der Verwendung hochwertiger Materialien sind Hörgeräte heute immer attraktiver und gleichzeitig dezenter zu tragen. Darüber hinaus ermöglichen Nanotechnologien einen effektiven Schutz vor Umwelteinflüssen und insbesondere Feuchtigkeit.
Sowohl Im-Ohr-Hörgeräte als auch Otoplastiken werden bei KIND in eigenen Fertigungsstätten auf Basis modernster computergestützter Produktionsverfahren für jeden Kunden maßgefertigt herstellt:
