Das Koma, die langfristige tiefe Bewusstlosigkeit eines Menschen, ist nach wie vor ein wissenschaftliches Rätsel. Tritt ein Koma ein, können Ärzte keine verlässliche Aussage darüber treffen, ob und wann der Patient aus diesem Zustand wieder erwacht, genauso wie man oft nicht wissen kann, wie viel ein Komapatient von seiner Umwelt tatsächlich mitbekommt. Es bleibt nichts Anderes übrig, als zu warten, wodurch für die Angehörigen eine schwierige und von Ungewissheit beherrschte Zeit beginnt.
Ein Koma kann verschiedene Gründe haben. So kann der Körper zum Beispiel bei einem durch einen Unfall verursachten schweren Schädeltrauma ins Koma fallen, während aber auch ein Schlaganfall verantwortlich sein kann. Letzterer ist neben anderen Leiden auch dafür verantwortlich, dass ein fortgeschrittenes Alter in sehr ernsten Fällen ein Koma indirekt begünstigen kann. So kann Diabetes ebenso zum Koma führen wie ein Nieren- oder Leberversagen - alles körperliche Schäden, deren Risiko durch das Alter erhöht werden.
Neben dem herkömmlichen Koma gibt es auch noch das sogenannte Wachkoma. Hierbei hat der Patient neben Ruhephasen auch Wachphasen, während deren er auch seine Augen offen hat, jedoch aber auf äußere Reize nicht reagiert. Meist tritt dieses Koma bei starker Schädigung des Großhirns auf; wenn der Grad der Schädigung jedoch nicht zu hoch ist, besteht eine gute Chance, dass der Patient aus dem Koma wieder erwacht. Außerdem können bestimmte Rehamaßnahmen die Entwicklung weiter positiv beeinflussen.
Dennoch lässt sich das Thema nicht nur auf diese zwei Komaarten reduzieren. So ist der komatöse Zustand an sich zwar immer eine sehr schwere Einschränkung, die eine Interaktion zwischen Umwelt und Patient fast unmöglich macht. Aber in der Medizin wird zwischen verschiedenen Koma-Graden unterschieden, die von der gezielten Abwehr auf Schmerzreize und Funktionsfähigkeit der Pupillenbewegung bis hin zum praktisch kompletten Abschotten des Körpers geht. In der Medizin ist zur Entscheidungshilfe die sogenannte Glasgow-Koma-Skala etabliert. In jedem Fall bedürfen Komapatienten egal welchen Alters eine ständige medizinische Betreuung und Pflege.
Ein Koma ist nicht mit dem Hirntod gleichzusetzen. Außerdem kann ein Koma nicht nur eine Schädigung sein, sondern dem Körper auch die dringend notwendige Gelegenheit zum Heilen geben, weswegen auch Menschen in ein künstliches Koma versetzt werden, um eine weitere Schädigung zu verhindern. Dennoch bringen die Betreuung und das Umgehen mit dem Komapatienten und seinen Rechten und Bedürfnisse allerlei ethische Fragestellungen mit sich. Da Komapatienten künstlich ernährt werden müssen und sein Leben von dieser Versorgung abhängt, stellen sich schnell Fragen wie: „Würde der Patient das überhaupt wollen? Und rechtfertigt eine noch so geringe Möglichkeit der Erholung das Verlängern des Lebens um jeden Preis?" Die Frage der Sterbehilfe stellt hierbei ein schwieriges Thema dar, da diese in Deutschland verboten ist. Hier gilt es - soweit möglich - die in einer Patientenverfügung hinterlegten Wünsche des Patienten zu berücksichtigen.
Weiterführende Links:
http://www.netzwerkselbsthilfehirnverletzung.de/ (Wbsite zum Thema)
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,416203,00.html (Spiegel-Artikel zum Thema)
Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Koma
Schäffler, Arne, Dr. med. (hrsg.). Gesundheit Heute. Kankheit - Diagnose - Therapie. Knaur, 2008.