Bei den Restless Legs (dt. „Ruhelose Beine", mitunter auch als RLS, „Restless-Legs-Syndrom" abgekürzt) handelt es sich um eine Nervenerkrankung, die durch eine Störung der Gefühlswahrnehmung und einem Bewegungsdrang in den Beinen charakterisiert wird. Diese Erkrankung wurde zwar bereits im 17. Jahrhundert beschrieben; ins Auge der Öffentlichkeit ist das RLS allerdings erst in der jüngeren Vergangenheit gerückt.
Als oberflächliche Ursache für das RLS geht man von einer Störung bei der Nervenreizübertragung aus. Was jedoch den Ursprung der Erkrankung angeht unterscheidet man zwischen 2 Formen des RLS, der idiopathischen Erkrankung, die als eigenständige Krankheit gilt, und die symptomatische Erkrankung, bei der das RLS die Folge einer anderen Erkrankung ist.
Die Ursachen für das Syndrom sind noch nicht vollständig erforscht. Einige Faktoren sind eine erblich Disposition, Durchblutungsstörungen, Vitamin- oder Eisenmangel oder eine Schädigung des Rückenmarks. Jedoch können Restless Legs auch eine Nebenwirkung von bestimmten Medikamenten wie zum Beispiel Antidepressiva sein.
Das RLS tritt in unterschiedlich starken Ausprägungen auf, und nicht immer bedarf es einer ärztlichen Behandlung. Wie der Name andeutet macht sich diese Erkrankung vor Allem durch einen unnatürlichen und unangenehmen Drang nach Bewegung in den Beinen bemerkbar. Direkte körperliche Empfindungen dieses Dranges sind Zwicken, Kribbeln oder sogar Schmerzen. Kommt man diesem Bewegungsdrang nach, schafft das zwar kurzfristig Linderung; jedoch kehren nach kurzer Zeit die Symptome meistens zurück.
Während die Hauptsymptome offensichtlich scheinen, sind die Folgesymptome nicht weniger gravierend. Da das RLS oft durch die Ruhephase des Körpers in der Nacht begünstigt wird und sich meist auch erst dann bemerkbar macht, ist in vielen Fällen Schlaflosigkeit die Folge. Diese bringt dann bei ausreichender Stärke weitere Symptome mit sich, wie zum Beispiel Ermüdung, Niedergeschlagenheit oder Antriebslosigkeit bis hin zu gravierenden Spätfolgen wie einer Depression.
Da das RLS eine Nervenkrankheit ist, ist die Diagnose durch einen Nervenarzt, oder Neurologen, zu stellen. Als Methode der Diagnose stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Beim sogenannten Immobilisationstest wird versucht, die Symptome durch ein Fixieren der Beine hervorzurufen, um so die Krankheit bestimmen zu können. Auch durch die Linderung der Krankheit nach einer Verabreichung von L-Dopa oder Apomorphin kann das RLS nachgewiesen werden.
Es sei noch zu erwähnen, dass bei RLS auch das Potential für Fehldiagnosen gegeben ist, da es eine Reihe anderer Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen gibt, wie zum Beispiel das „Burning-Legs-Syndrom" oder Boreliose.
Die Notwendigkeit der Behandlung ergibt sich zum Einen daraus, inwieweit der Patient unter dem RLS leidet. Zum Anderen erfordern unterschiedliche Ursachen auch unterschiedliche Therapien. So kann zum Beispiel bei einem Eisenmangel als Ursache eine Verabreichung von Eisen die Symptome des RLS lindern. Oft kann auch eine Stimulierung des Dopaminumsatzes ein RLS behandeln, wobei als stärkstes Mittel sogenannte Opioide zum Einsatz kommen, die jedoch für RLS-Behandlung noch nicht in Deutschland zugelassen sind.
Abgesehen von medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten gibt es noch andere Methoden zur Therapie von RLS, wie zum Beispiel der Blockade des Ischiasnerves durch einen Katheder bei einer stationären Behandlung. Aber auch schon weniger drastische Maßnahmen wie das Vermeiden von Nikotin, Alkohol oder andere das RLS begünstigende Substanzen oder leichter Sport können Linderung verschaffen.
Weiterführende Links:
http://www.restless-legs.org/ (Website der Deutschen Restless Legs Vereinigung)
http://www.stern.de/schlaf/erkrankungen/restless-legs-zappelbeine-im-bett-636984.html (Artikel zum Thema auf stern.de)
Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Restless-Legs-Syndrom
http://www.restless-legs.li/
http://www.restless-legs.org/