Ein Schmerz ist eine Sinneswahrnehmung, die als Warnhinweis auf ein akute körperliche Störung dient.
In der Pflege sollten die Pflegekräfte auf Äußerungen über Schmerzen der Bewohner, aber auch auf unterdrückte Anzeichen von Schmerzen achten. Eine genaue Befragung und Beobachtung der Patienten bezüglich der Schmerzen wird empfohlen. Auch die eingenommenen Medikamente und die Schmerzen an sich sollten dokumentiert werden. Schmerzen sollten immer Ernst genommen werden!
Neben dem akuten Schmerz, der auf eine andere Erkrankung hinweist, ist der chronische Schmerz eine gesonderte Krankheit. Von chronischen Schmerzen spricht man bei andauernden Schmerz von mindestens drei Monaten. In diesem Fall haben die Zellen ein Schmerzgedächtnis entwickelt und senden ein Schmerzsignal ohne das ein Grund besteht. Beispielsweise bei Amputationen können Phantomschmerzen entstehen. Der Arm schmerzt, obwohl er bereits vom Körper entfernt wurde, kontinuierlich weiter. Die eigentliche Ursache des Schmerzes ist nun also nicht mehr behandelbar.
Diese chronischen Schmerzen entstehen oft im Rückenmark, sie können aber auch ein Übertragungsschmerz von einem inneren Organ ausgesendet werden. Auch psychische Belastungen, wie eine Depression, können in Einzelfällen zu chronischen Schmerzempfindungen führen. Die Symptome an sich treten jedoch an vielen unterschiedlichen Stellen des Körpers auf. Häufig ist der Rücken betroffen, doch auch Migräne kann durch einen chronischen Schmerz entstehen.
Generell ist es empfehlenswert akute Schmerzen direkt zu behandeln, damit diese sich zu keinen chronischen Schmerzen entwickeln können.
Die Diagnose von chronischen Schmerzen entwickelt sich hauptsächlich aus einer Befragung des Patienten. Hierbei sind sogenannte Schmerztagebücher ein großer Vorteil. In einzelnen Fällen bringt auch eine neurologische Untersuchung oder ein EKG nähere Erkenntnisse zu der Schmerzbildung. Auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder eine Kernspintomografie können eingesetzt werden.
Wird ein chronischer Schmerz diagnostiziert, wird dieser medikamentös behandelt, aber auch die Schmerzwahrnehmung des Patienten verändert. Als Medikamente werden neben Schmerzmitteln, oft Antidepressiva oder Anti-Epileptika eingesetzt. Ergänzt wird dies oft durch ein autogenes Training und andere Entspannungsübungen sowie Akupunktur. Durch eine elektrische Nervenstimulation, soll zudem das Schmerzhemmsystem des Körper reaktiviert werden. Auch Krankengymnastik oder eine psychologische Behandlung sind Möglichkeiten der Behandlung von chronischen Schmerzen. Zur sinnvollen Therapie von chronischen Schmerzen wird jedoch ein kompetentes, interdisziplinäres Team benötigt, das das Schmerzmanagement leiten kann.