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Einführung in die Welt der Hörgeräte

Ob hinter dem Ohr oder im Gehörgang: Verschiedene Varianten von technisch hochentwickelten Hörgeräten bieten heute einen optimalen Tragekomfort und befriedigen die unterschiedlichsten Bedürfnisse ihrer Träger.

Hörgeräteakustikerin zeigt Mann verschiedene Modelle.
©Kzenon | fotolia.com

Groß, klobig und unpraktisch – so sieht die landläufige Vorstellung vieler Menschen von Hörgeräten aus. Eine Vorstellung, die von der Realität längst überholt worden ist. Moderne Hörgeräte haben nichts mehr mit den Modellen aus der Vergangenheit gemein, die oftmals an fleischfarbene Gurken erinnerten.

Heutige Hörsysteme sind vielmehr kleine Computer, technisch ausgefeilt, mit dezentem Design und auf die individuellen Bedürfnisse des schwerhörigen Trägers anpassbar. Und der Fortschritt geht weiter: Neben ihrer brillanten Klangqualität überzeugen moderne Hörgeräte durch zusätzliche Funktionen, wie z.B. der Konnektivität mit Fernseher, Smartphone und Co. oder die Fähigkeit, die Präferenzen des Trägers zu erlernen und automatisch anzuwenden bzw. zu optimieren.

Ohne Frage, Hörgeräte sind heute weit mehr als „nur" eine reine Hörverstärkung und bieten dem Träger oft vielfältige Zusatzfunktionen. Dementsprechend variieren die Preise für Hörgeräte sehr stark. Generell werden Hörgeräte in "Hinter-dem-Ohr-Modelle" (HdO) und "Im-Ohr-Geräte" (IdO) unterteilt.

Der Deutschen liebste Hörgeräte: die HdOs

In Deutschland gelten bei Schwerhörigkeit Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte als ausgesprochen beliebt – rund 90% aller Hörgeräteträger in der BRD entscheiden sich für ein solches Modell. Diese Hörgeräte eignen sich tendenziell für alle Hörverluste. Sie werden hinter dem Ohr platziert, ein Schallschlauch bzw. externer Hörer leitet die Töne in den Gehörgang weiter. Im direkten Vergleich mit den kleineren IdO-Modellen bieten HdO-Hörgeräte in der Regel ein Plus an Leistungsfähigkeit, was nicht zuletzt den größeren Maßen geschuldet ist. HdO-Hörsysteme lassen sich in zwei Gruppen unterteilen:

Hörgeräte mit Schallschlauch

Wie bei allen HdOs wird auch hier das Hörgerät hinter dem Ohr platziert, während ein Schallschlauch, der in einem Ohrpassstück mündet, die Töne an das Gehör weitergibt. Um das Passstück optimal an die Ohrform des Trägers anzupassen, muss es individuell hergestellt werden. Das im Vergleich zu anderen Hörgeräten größere Gehäuse ist extrem leistungsstark und bietet Platz für stärkere Batterien. Hörgeräte mit Schallschlauch lassen sich ebenso wie andere HdO-Geräte farblich z.B. an die Haarfarbe des Trägers anpassen.

Hörgeräte mit externem Hörer

Die Modelle mit externem Hörer gelten als beliebteste HdO-Variante, lassen sie sich doch sehr dezent hinter dem Ohr platzieren. Die Töne werden hierbei über ein nahezu unsichtbares Kabel an einen Hörer weitergeleitet, der im Gehörgang sitzt. Das Resultat ist eine gut verständliche Sprachqualität. Geeignet ist diese Form der Hörgeräte für leichte und mittlere Hörverluste.

Nahezu unsichtbar: Im-Ohr-Hörgeräte

Anders als Hinter-dem-Ohr-Hörgeräte sitzen IdOs nicht hinter dem Hörorgan, sondern direkt im Gehörgang. Die Position macht eine exakte Anpassung des Geräts an die Ohrform des Trägers unabdingbar. Großer Vorteil der Im-Ohr-Modelle: Die Hörgeräte sind aufgrund ihrer Größe und Positionierung nahezu unsichtbar.

Dies macht sie aber auch nur für einen Teil der von Hörverlust betroffenen Menschen nutzbar: Zum einen muss der Gehörgang des Trägers ausreichend groß sein, zum anderen sind sie nur für einen leichten bis mittleren Hörverlust geeignet. Daneben muss der Träger dazu bereit sein, den sogenannten Okklusionseffekt zu tolerieren, also die verfälschte Wahrnehmung der eigenen Stimme, die durch die Verstopfung des Gehörgangs hervorgerufen wird.

Ebenso wie HdO-Hörgeräte lassen sich auch Im-Ohr-Modelle an die farblichen Präferenzen des Trägers anpassen. Unterscheiden lassen sich IdO-Geräte folgendermaßen:

Concha-Hörgeräte

Dieser Typ wird in der Ohrmuschel eingesetzt und kommt daher oft zum Einsatz, wenn der eigentliche Gehörgang zu eng für die Aufnahme eines IdOs ist. Concha-Hörgeräte sind größer als die übrigen IdO-Geräte, was eine stärkere Leistungsfähigkeit, eine einfachere Bedienung und zusätzliche Funktionalitäten (z.B. Richtungsmikrofone oder Lautstärkeregler) mit sich bringt.

Gehörgangs-Hörgeräte

Diese Variante wird in den Gehörgang des Trägers eingesetzt. Aufgrund dieser Positionierung sind „In The Canal"-Hörgeräte zumeist kleiner als die oben genannten Concha-Modelle. Durch ihre kleinere Größe und der damit zusammenhängenden technischen Beschränkungen sind sie ausschließlich für Personen mit leichter bis mittlerer Hörminderung geeignet. Dafür sind sie aber weitaus dezenter als HdO- oder Concha-Geräte.

„Completely in the canal"-Hörgeräte (CIC)

Dieser Hörgeräte-Typ ist die kleinste Variante und nahezu unsichtbar, da er tief im Gehörgang platziert wird. Aufgrund der geringen Größe und der daraus resultierenden technischen Limitierung sind CIC-Hörgeräte primär für leichte Hörverluste geeignet. Zur Energieversorgung kommen hier winzige Batterien zum Einsatz, die – gerade bei intensiver Nutzung – häufiger gewechselt werden müssen als bei größeren Modellen.

Individuelle Auswahl

Generell sollte die Wahl des eigenen Hörgeräts immer an den individuellen Bedürfnissen festgemacht werden: Wie stark ist meine Hörminderung? Zu welchem Zweck benötige ich eine Hörhilfe (z.B. besseres Sprachverstehen in Konversationen, besseres Hören bei Konzerten)? Wie wichtig ist mir ein dezentes Design, besonders im direkten Vergleich zur gegebenen Funktionalität? Welche Bauformen sind in meinem Ohr bzw. Gehörgang möglich? Soll gleichzeitig noch ein Tinnitus unterdrückt werden? Wie hoch darf der Preis des Hörgerätes sein?

Zudem kommt noch eine große Auswahl an Hörgeräteherstellern hinzu, wie beispielsweise Phonax, Siemens Hörgeräte, Widex und Oticon. Ein Fachmann bzw. Hörgeräteakustiker hilft Ihnen, diese und weitere Fragen zu beantworten und das passende Hörsystem für Sie zu finden.


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