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Schwerhörigkeit – Dank fortschrittlicher Methoden wieder „ganz Ohr" im Leben

Schwerhörigkeit kann verschiedene Ursachen haben, deshalb sollte die Therapie immer der Ursache individuell angepasst werden. Wichtig ist außerdem, die Symptome wahrzunehmen und ärztlichen Rat einzuholen.

Gruppe Senioren sitzt mit Selfie-Stick beim Picknick auf der Wiese.
© Goodluz|fotolia.com

Unter Schwerhörigkeit versteht man eine Minderung des Hörvermögens, die je nach Ausprägung leicht sein kann, jedoch auch bis hin zur Gehörlosigkeit reicht. Schwerhörigkeit lässt sich in manchen Fällen nicht vorbeugen. Trotzdem sollte man seine Ohren nicht einem zu großen Lärmpegel aussetzen. Meist ist es nur ein erster Verdacht, der uns stutzig macht. Beispielsweise dann, wenn wir in einer Besprechung mit den Arbeitskollegen oder einer Unterhaltung mit Freunden an einem belebten Ort einzelne Worte nicht mehr verstehen. Umgangssprachlich wird dies auch Cocktailparty-Effekt genannt. Die akustischen Aussetzer häufen sich mit fortschreitendem Alter - sowohl bei Männern als auch bei Frauen. Das ist natürlich kein Zufall, sondern zumeist eine Folge des sogenannten Presbyakusis, der Altersschwerhörigkeit.

Art und Ursache

Ist mindestens ein Glied der Schallleitungskette über die der Schall vom Außenohr über das Trommelfell und die Gehörknöchelchenkette ins Innenohr gelangt beschädigt, spricht man von einer Schallleitungsschwerhörigkeit. Diese kann verschiedene Ursachen wie beispielsweise ein Verschluss des Gehörgangs durch Ohrenschmalzpfropfen und Fremdkörper, aber auch Schäden am Trommelfell oder Störung des Gehörknöchelchen haben. Für eine chronische Schallleitungsschwerhörigkeit können Knochenwucherungen im Gehörgang, sogenannte Exostosen, angeborene Fehlbildungen wie unzureichend ausgebildete Formen der Ohrmuschel und des Gehörgangs, chronische Mittelohrentzündungen oder Geschwülste verantwortlich sein.

Eine Schallempfindungsschwerhörigkeit liegt dann vor, wenn beim Patienten eine Schädigung oder Funktionsschwäche des Innenohrs festgestellt werden kann. Gründe für eine akute Schallempfindungsschwierigkeit können beispielsweise ein Hörsturz, Infektionserkrankungen, extrem großer Lärm und Nebenwirkungen bestimmter Medikamente sein. Chronische Schallempfindungsschwerhörigkeit kann angeboren sein, altersbegleitend oder aufgrund von Erkrankungen der Hörnerven, Stoffwechselerkrankungen oder Gefäßverengungen auftreten.

Eine weitere Form von Schwerhörigkeit ist die Altersschwerhörigkeit (Presbyakusis). Sie kann als Folge des Alterungsprozesses und der damit einhergehenden Verschleißerscheinungen an den Haarzellen des Innenohrs, am Hörzentrum wie am Hörnerv. Beginnend mit einer Schallempfindungsschwerhörigkeit kann die Altersschwerhörigkeit auch mit einem Ohrgeräusch (Tinnitus) einhergehen.

Lärm als Risikofaktor

Die Bezeichnung Altersschwerhörigkeit ist jedoch irreführend, denn eine Hörminderung hat mit alt sein zunächst wenig zu tun. Stattdessen stehen Menschen, bei denen diese Form des Hörverlusts auftritt, im Zenit ihrer Karriere und sind auch in ihrer Freizeit sehr aktiv. Ausgerechnet das kann jedoch zum Auslöser für Presbyakusis werden.
Zu deren häufigster Ursache zählt nämlich die starke Beanspruchung des Gehörs durch lärmintensive Tätigkeiten, wie sie regelmäßig im Berufsalltag auftreten können. Geht es um das Gehör und dessen arbeitsbedingte Beeinträchtigung, stehen in Deutschland Wirtschaftszweige wie das Baugewerbe, die Forst- und Landwirtschaft aber auch Handel und Gastgewerbe besonders im Fokus.

Lärm ist allerdings nicht das einzige Risiko für unser Gehör: Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann das Ohr auf Dauer schädigen. Angewohnheiten wie Rauchen oder übermäßiger Alkoholkonsum sind ebenfalls alles andere als förderlich für ein gutes Hören, denn auch sie beeinträchtigen das Innenohr. Nicht selten tritt eine Hörminderung begleitet von einem dauerhaften Geräusch im Ohr auf, dem Tinnitus. Das sorgt zusätzlich für Einschränkungen und Unwohlsein.

Verlust von Informationen durch schlechtes Hören

Mögen die Ursachen für Hörverlust auch unterschiedlich sein, die Folgen sind es nicht: Wer in Gesellschaft und an belebten Orten regelmäßig schlecht hört und andere nicht richtig versteht, neigt dazu, solche Situationen zu umgehen. Denn schon leichte Probleme mit dem Gehör können dazu führen, dass wichtige Informationen falsch oder gar nicht verstanden werden.

Um das zu vermeiden, ziehen sich Betroffene – häufig auch unbewusst – aus ihrem sozialen Umfeld zurück und nehmen durch die Isolation sogar Nachteile für die Karriere und das Sozialleben in Kauf.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie der Schwerhörigkeit ist immer von den Ursachen abhängig. Sie kann von medikamentöser Behandlung über Operationen hin zur Anpassung eines Hörgeräts oder eines Hörsystems gehen. Die medikamentöse und operative Behandlung übernimmt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt, während sich ein Hörgeräteakustiker um die individuelle Anpassung der Hörgeräte kümmert.

Bei stress- oder altersbedingter Schwerhörigkeit eignet sich zusätzlich eine psychotherapeutische Behandlung, da Betroffene aufgrund ihrer Einschränkung im sozialen Leben oft an depressiven Verstimmungen leiden. Unbehandelte Krankheiten können zu Rückzug aus dem sozialen Umfeld und Unsicherheit im Alltag führen.

 


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