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Ehrenamt – Engagement im Alter lohnt sich

Menschen, die sich in ihrer Freizeit ohne Bezahlung engagieren, sind sehr wichtig für die Gesellschaft und den sozialen Zusammenhalt innerhalb eines Landes. Ehrenamtliches Engagement steigert das eigene Wohlbefinden und die Zufriedenheit im Leben. 

Ein Mann erklärt einem kleine Jungen während seiner ehrenamtlichen Tätigkeit, die Natur und Pflanzenwelt.
© Olesia Bilkei | Fotolia.com

In Deutschland ist die Bereitschaft, sich für das Wohl anderer einzusetzen, sehr hoch. Fast 40 Prozent engagieren sich freiwillig in einem Ehrenamt. Dabei spielt Zeit eine wichtige Rolle. Zeit, von der insbesondere Menschen über 60 mehr verfügbar haben als in früheren Lebensphasen. Daher ist das Engagement der 45- bis 65-Jährigen am größten. 20 Prozent dieser Altersgruppe haben nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ein Amt bei einer Initiative, einem Verein oder einem Verband inne. Und diese Tätigkeiten werden vor allem in der Pflege immer wichtiger, nicht zuletzt, seit der Zivildienst weggefallen ist.

Warum sich ein Ehrenamt lohnt?

„Besonders ältere Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, haben das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun", sagt Birgit Mai, Mitarbeiterin im Sozialdienst bei der Arbeiterwohlfahrt, „sie schließen eine Lücke, die im Ruhestand entstehen kann." Und: „Sie sind altersmäßig näher dran an den Senioren und verfügen oft schon über Erfahrung in der Pflege, weil sie sich um ihre Eltern gekümmert haben. Diese wenden sie nun gut und gerne an." Die Tätigkeit bringe zahlreiche Vorteile für Ehrenamtler, erklärt Mai, „sie können beispielsweise viel von den Senioren lernen. Die alten Menschen befinden sich in einer Lebensrückschau, haben Lebensweisheiten erlernt und geben das, was sie erlebt haben, weiter. Das ist auch zeitgeschichtlich interessant. Es tut einfach gut zu helfen. Beispielsweise einem Menschen beim Lesen oder Schreiben die Augen zu ersetzen. Und das Schönste ist wohl, die Dankbarkeit zu spüren."

Durch ihre eigene ehrenamtliche Arbeit weiß Mai auch, dass die Tätigkeit für beide Seiten ein Gewinn ist. „Die Bewohner nehmen durch häufigere soziale Kontakte mehr am Leben teil, können einmal über ihre Situation hinausschauen, Erinnerungen wecken und sich ablenken." Quasi eine „win-win-Situation" für alle.

Welche Möglichkeiten gibt es?

Vor allem wohltätige Einrichtungen bieten jede Menge Betätigungsfelder. „Ob Vorlesen für Senioren oder Kinder, Spazierengehen, Basteln, gemeinsam Reisen und aktiv sein oder beim Fahrradfahren und in der Krabbelgruppe: Als Mitglied eines Wohlfahrtsverbandes können Engagierte sich und andere glücklich machen, auch mit dem was ihnen selbst große Freude bereitet und sie ohnehin gut können," so Hans-Jörg Händle, Mitgliederorganisations-Referent eines großen Wohlfahrtsverbandes in Rheinland-Pfalz.

Dabei haben Interessierte stets die Wahl, aktiv beteiligt, oder passiv dabei zu sein. „Als Ehrenamtlicher bringt sich jeder immer so ein, wie er kann und will." In den Einrichtungen und Vereinen sind Helfer immer willkommen, zum Beispiel in den Ortsvereinen, in Sozialstationen, bei der Ambulanten Pflege oder bei Mobilen Diensten, in den Seniorenzentren, bei der Behindertenhilfe, in den Sozialdiensten für Migranten, in den Kindertageseinrichtungen, bei der Jugendhilfe oder bei den Arbeitsprojekten, die Bildungsmaßnahmen für unterschiedliche Berufssparten bieten. „Mit Ihrem Einsatz sorgen Sie dafür, dass der Wohlfahrtsverband da hilft, wo Hilfe gebraucht wird", appelliert Händle, „wer in Not gerät, kann sich auf uns verlassen. Wir fragen nicht nach Religion oder Nationalität, nach Herkunft oder Geschlecht, nach Familienstand oder Geldbeutel. Wir helfen - auch dann, wenn keiner hinschaut. "  

 

Wer Lust hat mitzumachen, informiert sich bei einem der zahlreichen Wohlfahrtsverbände im Internet.

 

 


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