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Verbraucherzentrale: Pflegefall – was tun? In 10 Schritten zur guten Pflege

„Ein Mensch kann von heute auf morgen pflegebedürftig werden" – und sowohl den Betroffenen als auch dessen Angehörige mit zahlreichen Fragen konfrontieren: Wie stellt man den Antrag bei der Pflegekasse? Was und wann zahlt die Kranken- bzw. Pflegekasse? Wie finde ich einen guten Pflegedienst oder ein gutes Pflegeheim? Diese und noch viel mehr Fragen werden in dem Ratgeber der Verbraucherzentrale NRW beantwortet.

Rezension – von Jasmin Köhler

Buchcover – Verbraucherzentrale: Pflegefall – was tun? In 10 Schritten zur guten Pflege
© Verbraucherzentrale NRW
10 Schritte zu einer guten Pflege

Das Buch ist besonders übersichtlich gestaltet, weil es in 10 Schritte unterteilt ist, die auf dem Weg zu einer guten Pflege nötig sind. Der erste wichtige Schritt ist, einen Antrag auf Pflegeleistungen bei der Pflegekasse zu stellen. Hier erklärt der Ratgeber genau, was bei einem derartigen Antrag zu beachten ist, inklusive Tipps, einem Musteranschreiben und wichtiger Fakten.

Beim zweiten Schritt sollte man sich mit der Frage beschäftigen, wie das Berufsleben mit einem akuten Pflegefall in der Familie vereinbart werden kann. Im akuten Pflegefall können Arbeitnehmer zehn Tage von der Arbeit fernbleiben, um die Pflege eines Angehörigen in Ruhe organisieren zu können. In diesem Zusammenhang wird unter anderem geklärt, was es mit der Kurzzeitigen Arbeitsverhinderung auf sich hat, wie sie mit dem Arbeitgeber vereinbart werden kann und was ist, wenn man mehr Zeit als 10 Tage benötigt. Außerdem geht es auch darum, wie Job und Pflege miteinander vereinbart werden können in Form einer Familienpflegezeit.

Im dritten Schritt dreht sich alles um Rat und Hilfe bei einer plötzlichen Pflegebedürftigkeit. In diesem Kapitel wird geklärt, inwiefern das Krankenhaus hilft, was Pflegestützpunkte sind und wo Pflegebedürftige und deren Angehörige sonst noch Beratung erhalten.

Der vierte Schritt beschäftigt sich damit, wie Notzeiten überbrückt werden können. Beispielsweise bietet sich eine Kurzzeitpflege an, wenn der Pflegebedürftige vorübergehend nicht so versorgt werden kann wie gewohnt. Neben der Kurzzeitpflege werden im vierten Schritt auch die Rehabilitation und deren Mehrwert angesprochen. Auch zu diesem Schritt werden zahlreiche Tipps und wichtige Informationen aufgeführt.

Der Ratgeber weist auch darauf hin, dass es nicht nur wichtig ist, alles Nötige mit der Pflegekasse usw. zu erledigen, sondern ebenfalls alles Nötige in der Familie zu besprechen. Bei diesem fünften Schritt geht es insbesondere um die Pflege durch einen Angehörigen und was in diesem Fall zu beachten ist. Eine Checkliste listet die wichtigsten Fragen auf, mit denen sich die Angehörigen des Pflegebedürftigen auseinandersetzen sollten.

Im sechsten Schritt dreht sich alles rund ums Thema Pflegeversicherung und die wichtigsten Fragen dazu: Wann zahlt die Pflegekasse und welche Leistungen gibt es? Wie verläuft die Begutachtung des Pflegebedürftigen? Wie kann ich Widerspruch einlegen, wenn die Pflegekasse nicht den gewünschten Pflegegrad erkennt? Nach der Pflegeversicherung geht es um die Rolle der Krankenkasse und des Sozialamtes bei einem Pflegefall. In diesem siebten Schritt wird geklärt, welche Kosten die Krankenkasse übernimmt, wie und wann das Sozialamt hilft und wann es einen Schwerbehindertenausweis gibt.

Ein weiteres essenzielles Thema wird im achten Schritt angesprochen: Vollmachten und Co. Durch diese kann ein Pflegebedürftiger sicher sein, dass eine Person seines Vertrauens die Entscheidungen für ihn in seinem Interesse trifft. Hierzu zählen die Patientenverfügung, die Vorsorgevollmacht und die Betreuungsverfügung. Außerdem wird geklärt, was Bevollmächtigte als Erstes tun müssen.

Entscheidet man sich gegen ein Pflegeheim, ist es wichtig zu wissen, welche Hilfen es für zu Hause gibt. Daher wird im neunten Schritt geklärt, wie man einen guten Pflegedienst findet, was Ersatz-, Tages- und Nachtpflege ist und welche Hilfsangebote es sonst noch gibt. „Pflegen ist eine anspruchsvolle Tätigkeit" - deswegen wird auch die Frage beantwortet, wer Pflegende schult und berät.

Falls die Pflege zu Hause nicht mehr möglich ist, stehen viele vor der schweren Entscheidung, ihren Angehörigen in ein Pflegeheim zu geben. Im zehnten und letzten Schritt des Ratgebers werden Tipps bereitgestellt, die dabei helfen sollen, ein gutes Pflegeheim zu finden. Außerdem werden die wichtigsten Rechte der Heimbewohner genannt und es wird darauf hingewiesen, dass es wichtig ist, diese zu kennen.

Wichtige Informationen kompakt und leicht verständlich zusammengestellt

Der Ratgeber „Pflegefall – was tun? In 10 Schritten zur guten Pflege" bietet den Lesern ein umfassendes und dennoch kompakt und leicht verständlich zusammengestelltes Informationspaket rund ums Thema Pflegefall. Sämtliche essenzielle Fragen werden in Form von zehn Schritten geklärt. Durch diese Aufteilung wird dem Leser vor Augen geführt, dass nicht alles auf einmal erledigt werden muss, sondern Schritt für Schritt vorgegangen werden kann. Der Ratgeber ist außerdem top aktuell gehalten, da in Form einer separaten Broschüre die aktuellen Änderungen der Pflegereform beiliegen. So wird man nicht nur über die wichtigsten Schritte zur guten Pflege, sondern gleichzeitig auch über die aktuelle Lage der Pflegereform informiert.

 

 

Titel: Pflegefall – was tun? In 10 Schritten zur guten Pflege
Herausgeber: Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen e.V.
Preis: 8,90 € (als eBook verfügbar)
ISBN: 978-3-86336-402-1

 


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