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Sturzprophylaxe

Situationen, in denen wir das Gleichgewicht verlieren und stolpern oder sogar fallen, kennen wir alle. Ein Sturz kann meist auf eine simple Unachtsamkeit zurückgeführt werden. Mit zunehmendem Alter gilt es, potenzielle Sturzgefahren frühzeitig zu erkennen und entsprechend vorzusorgen.

Frau fällt fast von der Leiter.
© britta60 | Fotolia.com

Die Gefahr eines Sturzes besteht bei allen Altersgruppen, ältere Menschen stellen allerdings eine Risikogruppe dar. Da es altersbedingt ohnehin schon zu körperlichen Einschränkungen wie zum Beispiel verminderte Seh- und Reaktionsfähigkeit kommt, ist besondere Vorsicht geboten. Hierbei können nicht nur äußere Faktoren wie umherliegende Kabel, rutschiger Untergrund oder Stufen eine Rolle spielen, sondern auch Faktoren, die der Mensch nicht selbst kontrollieren kann: Ein Herz- oder Schlaganfall, Sehstörungen oder Bewusstlosigkeit. Ebenso gefährdet sind Demenzkranke, da sie sich durch teilweise unberechenbares Verhalten leicht selbst in Gefahr bringen können.

Risikofaktor Mensch

Während die Folgen bei jüngeren Menschen meist nicht allzu ernst sind, kann ein Sturz bei einer älteren Person fatal sein. Nicht nur schwerwiegende Stürze wie beispielsweise von Leitern oder durch Ausrutschen auf glattem Untergrund, sondern auch harmlos erscheinende Situationen wie das Stolpern über eine Türschwelle können in schwere Verletzungen folgen. Durch eine erhöhte Anfälligkeit für Brüche können Stürze schwere Frakturen zur Folge haben. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einer Schädelfraktur kommen. Durch die altersbedingte Verlangsamung der Bewegungen und der Reaktionsfähigkeit können Stürze nur schwer selbst abgefangen werden. Dies kann ernste Verletzungen zur Folge haben. Zudem sind ältere Menschen nach einem Sturz selten in der Lage, selbstständig Hilfe zu holen. Neben den körperlichen Leiden kann ein Sturz auch psychische Folgen haben. Es kommt vor, dass das Vertrauen in die eigenen Kräfte nach einem Sturz sehr gering ist und sich ältere Menschen nur sehr langsam wieder trauen, das Haus zu verlassen.

Wer zudem an einer Erkrankung leidet – Schlaganfall, Sehstörungen, Demenz, Bluthochdruck, etc. – und eventuell noch Medikamente zur Beruhigung oder Ähnliches einnimmt, hat ein besonders hohes Sturzrisiko.

Umsicht ist besser als Nachsicht

Gerade im Alter werden regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtiger. Dazu zählt nicht nur der Besuch beim Hausarzt, sondern auch die Überprüfung der Augen, denn Seh- oder Gehbehinderungen erhöhen das Sturzrisiko.

Achten Sie auf Ihre körperliche und geistige Fitness. Ausreichend Bewegung ist unumgänglich. Leichte Gymnastik, Wassergymnastik, Spaziergänge oder Wandern an der frischen Luft machen Spaß, wirken altersbedingtem Muskelabbau entgegen, stärken den Gleichgewichtssinn und halten den Körper schonend fit. Seniorengymnastik wird oft von örtlichen Vereinen im Gruppensport angeboten. So lernt man zusätzlich zur Bewegung noch neue Leute kennen.

Auch eine ausgewogene Ernährung trägt zum körperlichen und geistigen Wohlbefinden bei: Vitamine und Mineralstoffe sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sind für Menschen jeden Alters wichtig. Senioren sollten darauf achten, mindestens 1,5 Liter Wasser, Tee oder verdünnten Saft am Tag zu trinken. Selbst wenn man genügend Kalorien zu sich nimmt, können im Essen nicht immer die nötigen Nährstoffe enthalten sein, die einer Mangelernährung vorbeugen. Sie sollten darauf achten, nicht nur ausreichend Obst und Gemüse zu essen, sondern auch Fleisch, Fisch und Milchprodukte. Die Kost sollte allerdings nicht zu fetthaltig oder zu stark gewürzt sein, da dies Krankheiten wie Diabetes oder Bluthochdruck begünstigen kann.

Altersgerecht umbauen

Wer einen Haus- oder Wohnungsumbau plant, sollte stets zukunftsorientiert denken und auf Barrierefreiheit und seniorengerechte Zugänge achten. Während in jungen Jahren die Schwelle der Dusche oder Badewanne kein Problem darstellt, kann diese im Alter nicht mehr so leicht überwunden werden und eine potenzielle Sturzgefahr darstellen. Zudem können zur Erhöhung der Sicherheit und erleichterten Körperpflege in der Dusche spezielle Sitze und Haltegriffe montiert werden. Bei sehr eingeschränkter Mobilität sollte über die Installation eines Treppenlifts zur erleichterten Überwindung mehrerer Stockwerke nachgedacht werden. Stolperfallen wie herumliegende Kabel oder Teppichläufer ohne rutschfeste Matten sollten entfernt werden.

Auch die Dunkelheit stellt einen Risikofaktor für Stürze dar. Um Stürze in der Nacht zu vermeiden, bringen Sie leicht zugängliche Beleuchtung im kompletten Wohnbereich an. Dafür eignen sich beispielsweise Notlichtschalter, die im Dunkeln leuchten. Ebenso können automatisch einschaltende Bewegungsmelder hilfreich sein. Achten Sie ebenso darauf, Stolperfallen wie Schuhe, Taschen, Hocker oder Ähnliches nicht herumliegen zu lassen.

Sehr praktisch ist die Einrichtung eines Notrufsystems in der Wohnung bzw. im Haus. Dadurch kann im Notfall schnell Hilfe angefordert werden.

Bevor sie zur Reinigung der Dachrinne oder dem Pflücken der Äpfel auf die Leiter steigen, achten Sie darauf, dass diese über entsprechend rutschfeste Füße und festen Stand verfügt. Zudem sollten Sie auf Prüfsiegel und das zulässige Gesamtgewicht achten. Bei der Verrichtung alltäglicher Arbeiten wie zum Beispiel dem Fensterputzen oder Wäschewaschen können Sie sich bei Bedarf auch von Verwandten oder sozialen Diensten helfen lassen.

Alltagshilfen nutzen

Neben bereits genannten Alltagshilfen wie dem Treppenlift oder Haltegriffen in der Dusche gibt es noch weitere Möglichkeiten, Stürzen vorzubeugen. Gehhilfen und Rollatoren ermöglichen Personen trotz starker Einschränkung einen sicheren Gang und Selbstständigkeit bei der Fortbewegung. Zudem können Rollatoren bei zu großer Anstrengung auch als Sitz zum Verschnaufen genutzt werden. Meist sind sie noch mit praktischen Körben versehen, was beispielsweise beim Einkaufen sehr nützlich sein kann, um das Tragen der schweren Tasche zu ersetzen.

Falls es doch einmal zum Sturz kommen sollte, eignet sich Unterwäsche mit speziellen Protektoren beziehungsweise Polstern, die den Sturz ein wenig abbremsen, um Verletzungen wie Knochenbrüchen vorzubeugen. Die Wahrscheinlichkeit eines Bruchs wird durch Polster an gefährdeten Bereichen wie der Hüfte verringert. Solche Hosen sind unter anderem in Sanitätshäusern erhältlich.

 

 


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