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Umgang mit Trauer und Tod

Vor allem im Alter muss man häufiger die Erfahrung machen, dass Freunde oder gleichaltrige Verwandte versterben. Dies kann eine zunächst unüberbrückbar erscheinende Herausforderung darstellen.

Wald im Herbstlicht.
© drubig-photo | fotolia.com

Über den Tod wird nur selten geredet, denn er ist in unserer Gesellschaft ein Tabuthema. Verstirbt nicht gerade ein Angehöriger, so kommen wir praktisch überhaupt nicht mit dem Tod in Berührung. Früher wurden verstorbene Angehörige noch eine Weile zu Hause gelassen, um sich von diesen verabschieden zu können. Heute werde Verstorbene sofort abgeholt und nur bei der Beerdigung bekommt man eine kurze Gelegenheit, Abschied zu nehmen.

Trauerarbeit

Um den Tod eines geliebten Menschen zu verarbeiten, ist es wichtig, dass man sich mit diesem auseinandersetzt. In solch einer Ausnahmesituation kommt es häufig zu ungewöhnlichem Verhalten, wie beispielsweise Gemütsschwankungen und plötzliche Gefühlsausbrüche. Von Person zu Person kann die Dauer der Trauerbewältigung von drei bis zu sieben Jahren dauern. Allerdings gibt es auch spezielle Fälle, bei denen sich die Trauerarbeit über Jahrzehnte hinziehen kann. In diesem Fall ist professionelle Hilfe ratsam. 

Vier-Phasen-Modell der Trauerbewältigung

Der Prozess der Trauerbewältigung wird häufig in vier Phasen unterteilt, wobei diese natürlich individuell variieren können. Die erste Phase lässt sich als Schockmoment zusammenfassen, der Tod wird schlichtweg geleugnet. Der Trauernde kann nicht begreifen, was geschehen ist, für ihn ist der Tod des geliebten Menschen nicht fassbar. Diese Phase kann Stunden oder Tage dauern. In der zweiten Phase wird der Trauernde von einer regelrechten Flut an Emotionen überrollt. Die Gefühle können hierbei von Wut über Angst bis hin zur Verzweiflung reichen.

Die dritte Phase wird auch als Neuorientierung bezeichnet. Der Trauernde arbeitet sich Schritt für Schritt wieder in den Alltag zurück und Kleinigkeiten können ihn wieder erfreuen. Dennoch ist der Verstorbene gedanklich ständig präsent. Die abschließende Phase lautet Akzeptanz, der Tod wird angenommen und der Alltag kann wieder bewältigt werden. Der Trauernde befindet sich wieder im Gleichgewicht und ist in der Lage, sich neuen Herausforderungen und Aufgaben zu stellen.

Der eigene Tod

Sowohl der Tod von Angehörigen als auch eigene Gebrechen und Krankheiten können den Tod schnell vor Augen führen. Je älter man wird, desto deutlicher wird einem die eigene Sterblichkeit bewusst. Das Gefühl von Todesnähe kann zu Angst und Verzweiflung führen. Oftmals ist es nicht die eigentliche Angst vor dem Tod, die einen beunruhigt, sondern vielmehr die Angst vorm Sterben, Angst vor Schmerzen, Angst vor Isolation und Einsamkeit. Gerade dann wird es wichtig, über seine Gefühle und Ängste zu sprechen, sich vielleicht mit Personen, die in einer ähnlichen Lage sind, auszutauschen. Sicher ist, dass der Tod zum Leben dazugehört und er uns alle früher oder später ereilt.

Es ist nicht sinnvoll, zu fragen, was man im Leben erreicht hat oder nicht, ob man ein bestmöglichstes Leben hatte oder nicht. Viel wichtiger ist, sich daran zu erinnern, dass es noch nicht vorbei ist und man sein Leben bis zum Schluss genießen kann. Mit der eigenen Angst darf man sich auseinandersetzen. Um die Angst vor dem Tod zu lindern, kann es hilfreich sein, das eigene Leben mit Sinn aufzuladen. 

Sterbebegleitung

Ist man am Ende angekommen und ist es gewiss, dass der Tod kurz bevorsteht, ist es wichtig nicht allein zu sein. Angst ist in diesem Stadium ganz natürlich. Sowohl Angehörige und Freunde als auch Pfleger, Ärzte und Seelsorger können in dieser Zeit Unterstützung leisten. In der Vorbereitung auf den Tod sollte offen über Ängste gesprochen werden und versucht werden, dem Sterbenden diese Ängste zu nehmen. Ein Gefühl der Geborgenheit wünscht sich jeder. Dem Sterbenden solch ein Gefühl zu vermitteln, gilt es, zu erreichen.

 

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