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Hilfe bei Demenz: Unterstützung und Beratung

Als pflegender Angehöriger eines dementiell erkrankten Menschen kommt man häufig in Situationen, in denen man ratlos ist, sich überfordert fühlt oder auch verletzt, traurig und kraftlos ist.

Gruppe Senioren auf einer Pflegestation beim Motorik-Training
© Arbeiterwohlfahrt Bezirksverband Rheinland e.V.

Sorgen und Ängste um den geliebten Menschen werden größer und quälende Fragen immer lauter: Unter welchen Voraussetzungen können Demenzbetroffene weiterhin in den eigenen vier Wänden leben? Wann ist ein Umzug in ein Pflegeheim, eine Demenz-WG oder betreutes Wohnen notwendig? Spätestens jetzt sollten sich pflegende Angehörige Unterstützung und Beratung holen. Eine gute Anlaufstelle sind die Demenzberatungsstellen der freien Wohlfahrtsverbände. Hier erhalten Sie umfassende, unverbindliche und kostenlose Beratung, Informationen zu Betreuungsmöglichkeiten und Kontakte zu anderen Hilfsangeboten.Die Themen der Beratung sind beispielsweise:

  • Demenz, Depression oder "nur" Vergesslichkeit?
  • Warum und wie verändert sich der Mensch mit Demenz?
  • Wie sollten Angehörige mit der Verhaltensauffälligkeit umgehen?
  • Was ist bei der Pflege und Betreuung zu beachten?
  • Was macht die Erkrankung meines Angehörigen mit mir?
  • Was kommt auf uns zu?
  • Welche Entlastungsmöglichkeiten gibt es?
  • Welche Sozialleistungen können in Anspruch genommen werden?

Diagnose Demenz

Erhärtet sich der Verdacht auf Demenz, hilft nur der Gang zum Hausarzt oder noch besser zum Spezialisten. Nur er kann mit neuropsychologischen Demenz-Tests eine endgültige Diagnose stellen. Wichtig ist, die richtige Therapie kann nur auf eine exakte Diagnose folgen. Eine Faustregel besagt, dass dementiell erkrankte Menschen viel länger selbständig leben können, wenn die Erkrankung rechtzeitig behandelt wird.

Beratung rund um das Krankheitsbild

Aber was genau können Demenzberatungsstellen leisten? Sie beraten umfassend und geben Antworten auf Fragen rund um das Krankheitsbild. Welche Demenzerkrankung liegt vor? Wie kann ich dem veränderten Verhalten meines Angehörigen im Alltag begegnen? Wie können wir unsere gemeinsame Lebensqualität verbessern, und welche Therapiemöglichkeiten stehen zur Verfügung? Beratungsstellen bieten Pflegenden eine ganz persönliche Unterstützung im Alltag oder den Austausch mit anderen Angehörigen in so genannten Selbsthilfegruppen. Sorgen und Ängste finden hier ein offenes Ohr. Bei Bedarf kann eine Beratung mitunter auch im eigenen Haus erfolgen.

Entlastungsangebote

Muss ich möglicherweise meinen Job aufgeben?Angehörige müssen ihren Beruf nicht zwangsläufig aufgeben, wenn der Demenzbetroffene weiterhin im Kreis der Familie leben soll. Hier zeigen Demenzberatungsstellen Alternativen auf, wie zum Beispiel die Tagespflege: Einen oder mehrere Tage pro Woche verbringen Demenzbetroffene in einer Einrichtung, die auf ihre Bedürfnisse eingestellt ist. Am Abend kehren sie in ihre Familien zurück.Für Erkrankte, die sich im frühen bis mittleren Stadium der Demenz befinden, gibt es zudem spezielle Angebote, die helfen, ihnen die Furcht vor der Krankheit zu nehmen. In so genannten Betreuungsgruppen treffen sie andere Betroffene und können sich ganz frei austauschen.

Raus aus der Isolation

Menschen mit Demenz benötigen im weiteren Verlauf viel Zuwendung und Pflege, was für Angehörige häufig eine immer stärker werdende Belastung darstellt. Hinzu kommt, dass sie häufig weniger am öffentlichen Leben teilnehmen, weil sie keine Betreuungsmöglichkeit haben. Eva Neef, Leiterin der Beratungsstelle Demenz im AWO Seniorenzentrum Laubach in Koblenz hat aus diesem Grund ein ganz besonderes Angebot geschaffen, das dem demenzbetroffenen Menschen und seinen Angehörigen gerecht wird. „Im Rahmen von verschiedenen Veranstaltungen für Angehörige, gibt es gleichzeitig in einem Nebenraum eine Betreuungsgruppe für Betroffene. Dadurch schaffen wir Möglichkeiten, bei denen sich alle Beteiligten austauschen, Neues erfahren, Altes erhalten und einen Ausgleich zu ihrer Belastungssituation finden."

Verhinderungs- und Kurzzeitpflege

Auch pflegende Angehörige werden einmal krank oder haben einen Urlaub nötig. Gönnen Sie sich wichtige Auszeiten. Eine Kurzzeit- oder Verhinderungspflege des Demenzbetroffenen in einem Seniorenzentrum ermöglicht Ihnen beispielsweise einen Urlaub und das mit einem guten Gefühl. Das demenzbetroffene Familienmitglied begibt sich für die Zeit, in der der pflegende Angehörige verhindert ist, in die Hände eines professionellen Pflegedienstes oder in ein Seniorenzentrum. Ergänzt wird die Verhinderungspflege durch die Kurzzeitpflege.Umfassende Informationen über mögliche Pflegeformen erhalten Sie bei allen Beratungsstellen.

Betreuungsrechtliche Beratung

Bereits in der ersten Phase der Erkrankung sollten Vorsorgemaßnahmen getroffen werden, denn jetzt kann der Betroffene noch gut selber entscheiden, wer in einer späteren Phase für ihn sorgen soll. Betreuungsrechtliche Fragen wie Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung, Betreuung und Patientenverfügung können Sie nun noch gemeinsam mit dem Betroffenen in der Beratungsstunde festlegen.

Leistungserschließende Beratung

Wer an Demenz erkrankt, benötigt früher oder später regelmäßige Unterstützung. Für die Betroffenen und ihre Angehörigen stellt sich dann die wohl wichtigste Frage: Wie hoch sind die Kosten für die Pflege, und wie können diese aufgebracht werden? Für Demenzbetroffene sieht unser soziales System in Deutschland bestimmte Leistungen für Behandlung, Betreuung und Pflege vor, aber auch finanzielle Unterstützung für pflegende Angehörige. Neben den Demenzberatungsstellen informieren auch die Kranken- und Pflegeversicherung darüber, in welcher Höhe Unterstützung zusteht. Diese hängt vom konkreten Bedarf des Betroffenen ab.

Reden hilft

Nicht nur Demenzbetroffenen hilft es, wenn jemand ihnen zuhört und für sie da ist. Auch Pflegende benötigen Zuspruch, Verständnis, und tatkräftige Unterstützung, um den Alltag mit einem Demenzbetroffenen leichter zu meistern. Holen Sie sich Hilfe in einer der zahlreichen Demenzberatungsstellen. Manchmal hilft es einfach schon, wenn Ihnen jemand zuhört. Mehr Infos finden Sie unter www.awo-rheinland.de.

 


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