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Diabetes

Diabetes, mit vollem Namen Diabetes mellitus (altgr. „honigsüßer Durchfluss“) oder Zuckerkrankheit, bezeichnet eine Gruppe von Stoffwechselkrankheiten, denen eine Störung des Blutzuckerhaushalts zu Grunde liegt. Eine Schlüsselrolle fällt hierbei dem Hormon Insulin zu.

Insulin ist eine Voraussetzung, damit der Körper Zucker aufnehmen und in Energie umsetzen kann. Je nachdem, wie viel Zucker - im wissenschaftlichen Sinne die beiden Zuckersorten Fruchtzucker oder Frucktose und Traubenzucker oder Glukose – der Körper auf einmal aufnimmt, steigt also der Insulinspiegel dementsprechend für die Verarbeitungsdauer an.

Bei Diabetes, die in 2 Typen unterschieden wird, findet ein krankhaft hoher Mangel an Insulin statt. Der weitaus seltenere Typ 1 – auch als juvenile Diabetes bekannt, da sie häufig Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene betrifft – hat eine Zerstörung der insulinproduzierenden Beta-Zellen durch das eigene Immunsystem als Ursache, weswegen man auch von einer Autoimmunerkrankung spricht. Beim Typ 2, der mit einem Anteil von 92 bis 95 Prozent häufigsten Diabetesform, ist Insulin zwar vorhanden, aber entweder produziert der Körper durch eine Störung der Beta-Zellen zu wenig Insulin oder hat eine Resistenz gegen Insulin entwickelt und reagiert nur noch unzureichend auf das Hormon. Früher hat man dadurch, dass Typ 2 häufig im Alter auftrat, auch von einer Altersdiabetes gesprochen; mittlerweile tritt diese Form aber auch vermehrt bei jüngeren Menschen auf.

Ursachen

Typ 1 ist sowohl genetisch bedingt als auch von Umweltfaktoren begünstigt. 20 verschiedene Gene wurden bislang identifiziert, die mit einer erblich bedingten Diabeteserkrankung in Zusammenhang stehen. Äußere Einflüsse umfassen zu einem großen Teil die Aussetzung von schädlichen Substanzen im frühen Kindesalter, wie zum Beispiel dem Verarbreichen von Kuhmilch in den ersten Lebensmonaten. Auch können eine durch Gifte geschädigte Bauchspeicheldrüse oder bestimmte Virenerkrankungen wie zum Beispiel eine Rötelinfektion mit dem Rubivirus Ursachen für Diabetes Typ 1 sein.

Bei Typ 2 spielt zwar auch ein Erkrankungsrisiko durch Vererbung eine Rolle; als Hauptfaktor werden jedoch Defizite im Lebensstil ausgemacht, davon hauptsächlich Übergewicht, da durch eine übermäßige Stimulierung von Insulinausschüttung eine Resistenz begünstigt wird, und Bewegungsmangel. Auch eine Fehlernährung, eine übermäßige Zuckerproduktion der Leber oder Stress kann eine Typ-2-Erkrankung begünstigen.

Symptome

Bei einer Diabetes vom Typ 1 treten die Symptome weitaus früher auf als bei Typ 2. Charakteristisch sind eine rapide Gewichtsabnahme (meist innerhalb von Tagen oder Wochen), eine Austrocknung des Körpers, verbunden mit übermäßigem Wasserlassen und einem ständigen Durstgefühl, und mitunter auch Krämpfen und Schmerzen.

Die Typ-2-Diabetes macht sich mitunter lange Zeit nicht durch Symptome bemerkbar, und die vom Typ 1 bekannten Symptome treten, wenn überhaupt, selten auf. Dafür können auch schon zu Beginn Ermüdung oder Anfälligkeit für Infekte auftreten, und Folgeschädigungen können schon in diesem frühen Stadium unbemerkt auftreten. Auch birgt die mit dem Typ 2 einhergehende Insulinresistenz durch eine Schädigung der Gefäße oder des Herzkreislaufs Risiken für Schlag- und Herzanfälle. Ein erhöhter Bluthochdruck ist ein weiteres Symptom und kann gravierende Spätfolgen haben.

Diagnose

Grundsätzlich hilft es, auf die genannten Syptome zu achten, die auf eine Diabetes hinweisen können. Risikogruppen sollten sich vom Hausarzt auf eine mögliche Erkrankung untersuchen lassen. Es wird dann neben der Erfassung von Körpergewicht und Blutdruck ein Blutzuckertest durchgeführt, um eine Diagnose zu treffen. Hierbei gilt es jedoch auch, andere Krankheiten auszuschließen, die einen Anstieg des Blutzuckerspiegels zur Folge haben können. Zur Früherkennung wird ein sogenannter Zuckerbelastungstest durchgeführt.

Vorbeugung und Behandlungsmöglichkeiten

Leider gibt es gegen Diabetes vom Typ 1 bislang noch keine Heilungsmöglichkeit. Auch macht es der Faktor der Vererbung als Hauptursache schwierig, vorbeugende Maßnahmen gegen Typ 1 zu treffen. Natürlich ist es generell sinnvoll, Giftstoffe, wie sie zum Beispiel in faulem Wurzelgemüse wie Kartoffeln auftreten, zu meiden. Außerdem hat gezeigt, dass eine ausreichende Vitamin-D-Versorgung bereits im Kindesalter das Risiko, an Diabetes Typ 1 zu erkranken, deutlich verringert.

Da Typ 2 sehr häufig durch Übergewicht und mangelnde Bewegung verursacht wird, hilft es, diesen beiden Risikofaktoren durch eine ausgewogene Ernährung und Sport entgegenzuwirken. Es wird empfohlen, sich 3-mal die Woche für mindestens je 30 Minuten körperlich zu betätigen, um einer Erkrankung vorzubeugen. Auch kann eine frühzeitige medikamentöse Therapie eine Insulinresistenz verhindern oder zumindest hinauszögern. Da mit der Störung des Stoffwechsels meist ein Bluthochdruck einhergeht, ist es auch sinnvoll, diesen frühzeitig zu therapieren.

Ist einmal eine Diabeteserkrankung diagnostiziert, wird eine Umstellung der Lebensgewohnheiten erforderlich, um dem Krankheitsverlauf und den Symptomen entgegenzuwirken. Diese Umstellung schließt eine Änderung der Ernährung und ein Verbessern der körperlichen Verfassung durch Bewegung mit ein. Um Erkrankten bei dieser Umstellung zu helfen, bieten viele Selbsthilfegruppen und spezielle Praxen sogenannte Diabetikerschulungen an. Der Hausarzt kann hier beraten.

Eine Typ-1-Erkrankung muss lebenslang mit einer künstlichen Verabreichung von Insulin behandelt werden. Dies geschieht entweder durch eine Spritze oder einen sogenannten Pen, der die Injektion vereinfacht. Es kommen hierbei 2 Insulinarten zum Einsatz: Das schnell wirkende Kurzzeitinsulin wird verwendet, um Spitzen im Stoffwechsel, wie zum Beispiel nach einer Mahlzeit zu regulieren, während das Langzeitinsulin benutzt wird, um den dauerhaften Bedarf zu gewährleisten. Eine ständig am Körper getragene Insulinpumpe kommt zudem bei Menschen mit unregelmäßigen Lebensrhythmus oder bei medizinischen Umständen wie einer Schwangerschaft oder nach einer Operation zum Einsatz.

Bei Typ 2 ist auch nach der Diagnose eine Umstellung der Lebensgewohnen nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig. Auf dieser Umstellung kann in frühen Stadien der Krankheit mit einer Behandlung durch Tabletten aufgebaut werden, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Häufig zum Einsatz kommende Präparate basieren auf Metformin, Acarbose und Migitol und Sulfonylharnstoffe wie Glibenclamid oder Glimepirid; die Art des Medikaments hängt vom Wirkprinzip ab. Erst in späteren Stadien der Krankheit, wenn das Produzieren des Insulins in der Bauchspeicheldrüse durch eine hohe Insulinresistenz nur noch in geringen Mengen oder gar nicht mehr gewährleistet ist, wird eine künstliche Verabreichung durch Insulin notwendig.

 

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