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Demenz

Demenz ist der Oberbegriff für verschiedene neuropsychologische Störungen, die mit einem Gedächtnisverlust und Sprach-, Bewegungs-, Erkenntnis- oder Bewegungsstörungen einhergehen. Auch die Fähigkeit zur Orientierung in Zeit und Raum ist häufig getrübt.

Die bekannteste Art der Demenz ist die Alzheimer-Krankheit (siehe „Alzheimer").

Da die Ursache für Alzheimer nicht klar erkennbar ist, bezeichnet man dies als neurodegenerative Demenz. Alternativ gibt es beispielsweise die vaskuläre Demenz, die durch Durchblutungsstörungen entsteht. Zusammengefasst sind dies primäre Demenzformen.

Zudem gibt es sekundäre Demenzformen die eine organische Erkrankung oder eine Krankheit des Herz-Kreislauf-Systems als Ursache hat.

In Deutschland sind heute schätzungsweise mehr als eine Millionen Menschen von Demenz betroffen, wobei das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter ansteigt. Jeder Dritte über 80 Jahre leidet an Demenz, und da die Menschen im Schnitt immer älter werden, prognostiziert die Wissenschaft  im Jahr 2030  rund 2,5 Millionen Demenzkranke.

Symptome und Risikofaktoren

Universelles Symptom aller Demenzkrankheiten ist eine Störung des Gedächtnisses bevorzugt des Kurzzeitgedächtnisses. Später kann es zu Problemen bei der Wortfindung, beim Rechnen und beim Erkennen von bekannten Gesichtern kommen. Auch motorische Einschränkungen und Verhaltensstörungen, wie Apathie, Aggression, Essstörungen und Ziellosigkeit, sind typische Symptome einer Demenz.

Diese Symptome können für Angehörige und Mitmenschen oft sehr schwer zu ertragen und auch zu verstehen sein. Man muss verstehen, dass es auch an Demenz erkrankte Menschen gibt, die sich ihrer Situation klar bewusst sind. Das Wissen, dass sie einen Teil des Gedächtnisses verloren haben und die Abneigung und Unverständnis die ihnen oft entgegengebracht wird, können häufig zu schwerwiegenden Depressionen führen. Deshalb ist es wichtig dem Erkrankten viel Zuneigung und Geduld entegegenzubringen. Weil Demenz fast immer schleichend verläuft, ist sie für Außenstehende oft nicht direkt zu erkennen, sondern wird zunächst mit Vergesslichkeit, Antriebsschwäche oder Launenhaftigkeit in Verbindung gebracht.

Als wichtigster Risikofaktor für Demenz gilt ein hohes Lebensalter. Häufig gehen ihr auch Vorerkrankungen wie Depressionen, Herz-Kreislauf-Probleme, Stoffwechsel-Anomalien, verschiedene Formen der Diabetes oder ein ungesunder Lebenswandel mit Nikotin- und/oder Alkoholabhängigkeit voraus.

Diagnose und Therapie 

Zur Diagnose wird hauptsächlich eine neuropsychologische Untersuchung durchgeführt. Diese kann von 15 Minuten bis zu 30 Minuten dauern. Zudem kann ein DemTect, ein TFDD oder eine Kernspintomografie durchgeführt werden. Mit Hilfe dieser Untersuchung soll die Demenz klar von einer Depression oder von Gehirnkrankheiten abgetrennt werden. Äußerst hilfreich ist auch eine Befragung der Angehörigen bezüglich des Krankheitsverlaufs.

Ist eine Demenz diagnostiziert, wird mittels einer Therapie versucht das Fortschreiten der Krankheit möglichst zu verlangsamen. Beispielsweise werden hierzu Medikamente, so genannte Antidementiva, eingesetzt.

Zur Behandlung der vaskulären Demenz werden zudem Medikamente eingesetzt, die auch bei einer Arteriosklerose zum Einsatz kommen. Beispielsweise sind dies Blutdruck- und Cholesterinsenker.

Zudem wird bei einer Demenz immer mit Gedächtnistraining durchgeführt. Zum Thema Gedächtnistraining finden Sie ebenfalls einen Artikel in unserem Ratgeber. Auch Biografiearbeit durch das Pflegepersonal kann zur Ursachenforschung beitragen und somit den Krankheitsverlauf verlangsamen.

Wer an Demenz erkrankt ist, sollte entsprechend seinen Vorlieben und Fähigkeiten beschäftigt werden. So sind auch Bewegungstherapien und leichte sportliche Aktivitäten ratsam, um dem Patienten möglichst viel Eigenständigkeit zu bieten. In jedem Fall sind eine gründliche Dokumentation (z. B. der Medikamenteneinnahme) und eine enge Zusammenarbeit aller an der Betreuung eines an Demenz erkrankten Menschen erforderlich.

 


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