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Ambulante Pflegedienste & ambulante Intensivpflegedienste

Pflergerin vom ambulanten Pflegedienst kümmert sich um Senioren im Rollstuhl.
© Alexander Raths | Fotolia.com

Ambulante Pflege

Ambulante Pflege besteht aus verschiedenen Unterstützungsangeboten für beeinträchtigte Personen. Im Unterschied zu stationären Einrichtungen findet die Pflege im Privathaushalt des Patienten statt.

Zur ambulanten Pflege gehören zum Beispiel die Übernahme oder Unterstützung der Grundpflege und hauswirtschaftliche Tätigkeiten, dessen Kosten unter bestimmten Bedingungen von der Pflegeversicherung getragen werden.

Hier bedarf es einer Unterscheidung zur ambulanten Krankenpflege, ambulanten Kinderkrankenpflege beziehungsweise ambulanten psychiatrischen Pflege. Diese zählen zur Behandlungspflege, welche ärztlich delegierte Maßnahmen umfassen. Diese Maßnahmen benötigen eine Verordnung durch den behandelnden Arzt, müssen vom Patienten beantragt und von der Krankenkasse genehmigt werden.

Eine besondere Stellung nehmen hier ambulante Hospizdienste ein, welche keine Pflegeleistungen anbieten, sondern ehrenamtlich agieren und sich über Spenden finanzieren. Die Mitarbeiter solcher Dienste begleiten Sterbende in stationären Einrichtungen oder zu Hause.

Allerdings werden nicht nur Schwerstpflegebedürftige versorgt. Häufig werden durch die Pflegekräfte Teilleistungen erbracht, wie zum Beispiel das Anlegen eines Verbandes oder das Stellen der Wochenmedikation für Patienten, die sonst selbstständig sind.

Ziele der ambulanten Pflege

  • Den Patienten wird es ermöglicht im eigenen Zuhause gepflegt zu werden, sodass ein Heimaufenthalt häufig vermieden werden kann
  • Maßnahmen der aktivierenden Pflege ermöglichen eine Verbesserung bzw. Erhaltung der Gesundheit und verhindern einen weiteren Verlust von Ressourcen des Betroffenen
  • Angehörige werden angeleitet, damit sie, wenn möglich, einen Teil der Pflege übernehmen können
  • Beratung zur Prophylaxe und Prävention für Patienten und Angehörige
  • Aktuelle pflegewissenschaftliche Erkenntnisse werden umgesetzt
  • Ausbildung von Gesundheits- und Krankenpflege-, sowie Altenpflegepersonal
  • Bedarfsgerechte Anleitung, Betreuung und Begleitung von Menschen, die an Demenz erkrankt sind
  • Öffentlichkeitsarbeit im Sinne von Vorträgen und Teilhabe an Aktionen
  • Enge Zusammenarbeit mit Ärzten, Physiotherapeuten, Logopäden etc.

Anzahl ambulanter Pflegedienste in Deutschland

Bei der Entwicklung der Anzahl ambulanter Pflegedienste lässt sich der Trend zur vermehrten Nutzung ambulanter Pflege erkennen. Das statistische Bundesamt gibt mit der aktuellen Pflegestatistik von 2011 12.349 zugelassene Pflegedienste an. Im Gegensatz dazu gibt der AOK Pflege-Navigator 13.526 eingetragene Pflegedienste an. Allerdings umfassen diese Daten Pflegedienste mit mehreren Standorten bzw. Tochtergesellschaften mit eigener Institutionskennzeichen- Nummer.

Ambulante Intensivpflege

Schwer erkrankte Patienten können durch entsprechend ausgebildete Pflegekräfte in der eigenen Wohnung bzw. in betreuten Wohnanlagen 24 Stunden am Tag betreut und versorgt werden. Zudem werden spezielle Wohngruppen angeboten, in denen mehrere Intensivpatienten behandelt werden können. Während einige Unternehmen sich allein auf die Versorgung von Intensivpatienten spezialisiert haben, bieten andere Unternehmen dies als Teil ihres Aufgabenspektrums an. Firmen agieren diesbezüglich sowohl bundesweit, als auch regional begrenzt. Dabei werden Personen sämtlicher Altersstufen versorgt.

Bedingt durch den demografischen Wandel in Deutschland steigt der Anteil der Pflegebedürftigen an der Gesamtbevölkerung. Mit zunehmendem Alter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden (siehe Abbildung 2). Aufgrund der verkürzten Klinikverweildauer, vergrößert sich die Zahl der langzeitbeatmeten und intensivpflegebedürftigen Menschen, die außerhalb des Krankenhauses versorgt werden. Die Möglichkeiten, auch zu Hause bei schwerer Erkrankung fachgerecht gepflegt zu werden, sind mit dem medizinisch- technischen Fortschritt der letzten Jahre wesentlich verbessert worden.

Ambulante Intensivpflegedienste, die vor allem außerklinische Intensivpflegepatienten versorgen, sind eine relativ neue Versorgungsform. Im Allgemeinen werden Patienten mit fortgeschrittener Grunderkrankung und einer lebensbedrohlichen Störung der Vitalfunktion Atmung gepflegt. Beatmete Personen sind allerdings nicht das einzige Klientel der Pflegedienste. Auch Patienten, die zum Beispiel eine Peritonealdialyse oder intensive Infusionstherapie benötigen, gehören dazu.

Als Folge von massiven Kosteneinsparungen und Kostendeckung im Gesundheitswesen ist die ambulante Intensivpflege von besonderer Bedeutung.
Zur Stärkung des Grundsatzes der Krankenversicherung ambulant vor stationär, können Patientengruppen, mit unten genannten Beeinträchtigungen, Zuhause gepflegt werden. Synonyme für ambulante Intensivpflege sind zum Beispiel „1 zu 1- Versorgung", „24- Stundenpflege" oder „Beatmungspflege"

Unterscheidung ambulanter Pflegedienst / ambulanter Intensivpflegedienst nach Leistungen

Ambulanter Pflegedienst

  • Pflege des Patienten nach SGB V (Behandlungspflege: z.B. Wundversorgung, Verbandswechsel, Medikamentengabe, ärztliche Assistenz, Blutentnahme, Stomaversorgung)
  • Pflege des Patienten nach SGB XI (Grundpflege: z.B. Hilfe beim Waschen, Essen, An- und Ausziehen)
  • Organisation von Hilfsmitteln
  • Vereinbarung von Arztterminen
  • Zusammenarbeit mit Therapeuten aller Fachrichtungen
  • Pflege sozialer Kontakte
  • hauswirtschaftliche Tätigkeiten

Intensivpflegedienst

  • Pflege des Patienten nach SGB V (Behandlungspflege: z.B. Wundversorgung, Verbandswechsel, Medikamentengabe, ärztliche Assistenz, Blutentnahme, Stomaversorgung, zudem: engmaschige Vitalzeichenkontrolle, invasive/ nicht- invasive Beatmung)
  • Pflege des Patienten nach SGB XI (Grundpflege: z.B. Hilfe beim Waschen, Essen, An- und Ausziehen)
  • Organisation von Hilfsmitteln
  • Vereinbarung von Arztterminen
  • Zusammenarbeit mit Therapeuten aller Fachrichtungen
  • Pflege sozialer Kontakte
  • hauswirtschaftliche Tätigkeiten
  • Planung und Auswertung des Pflegeprozesses
  • Realisierung und Überwachung der Infusionstherapie
  • Blutgasanalysen, Sauerstofftherapie, Trachealkanülen, Sekretmanagement, Beraten von Betroffenen und Angehörigen

Voraussetzungen für die häusliche Intensivpflege:

Patient:

  • Erhöhter Pflegeaufwand mit vitaler Bedrohung des Pat. (z.B. Beatmung, Koma, respiratorische Insuffizienz, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Unfallfolgen mit hohem Querschnitt, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen, hypoxische Hirnschäden, appalisches Syndrom, Tumorerkrankungen, Störungen im Flüssigkeits- Elektrolyt- Säuren- und/oder Basenhaushalt)
  • Definition nach MDK Bayern: Patienten benötigen eine permanente Interventionsbereitschaft durch Pflegekräfte, da jederzeit lebensbedrohliche Veränderungen der Vitalparameter eintreten können.

Pflegekraft:

  • Abgeschlossene Berufsausbildung als Altenpfleger/in, Gesundheits- und Krankenpfleger/in, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger/in
  • Eigenverantwortliche Beurteilung komplexer Situationen (i.d.R. ist kein Arzt anwesend)
  • Schnelles Fällen von Entscheidungen
  • Fachkenntnisse in der Medizintechnik (Beatmungsgeräte, Peritonealdialyse)
  • Hohe soziale Kompetenz (Pflegekräfte verbringen viele Stunden, häufig ohne Rückzugsmöglichkeit beim Patienten)
  • Vier Fortbildungen jährlich sind Pflicht, davon mindestens eine im Bereich Reanimation
  • Fortbildung zur Intensiv- oder Anästhesiepflegefachkraft oder intensivstationäre Berufserfahrung sind erwünscht, aber:

Die Weiterbildung zur Intensiv- oder Anästhesiepflegefachkraft ist nicht zwingend erforderlich.

Qualitätssicherung im ambulanten Pflegemarkt

Der medizinische Dienst der Krankenversicherung führt Prüfungen nach SGB XI §114 von ambulanten Pflegediensten durch. Die Landesverbände der Pflegekassen erteilen einen Prüfauftrag, welcher Prüfgegenstand, Prüfumfang und die Prüfart festlegen, an den MDK. Der zu prüfende Pflegedienst ist dazu verpflichtet, die unangemeldete Prüfung zu ermöglichen. Insgesamt werden 49 Bewertungskriterien genutzt, um eine Gesamtnote zwischen eins und vier zu ermitteln. Der MDK stellt daraufhin die Daten nach der Transparenzvereinbarung für die Veröffentlichung zur Verfügung. Dies schafft einen Anreiz zur Qualitätsverbesserung bei den ambulanten Pflegediensten. Nicht zu vernachlässigen ist allerdings die Tatsache, dass Pflegedienste einen hohen Mehraufwand bei knappen Ressourcen zu tragen haben, sowie die Bewertungsmethoden der Prüfungen hinsichtlich Validität, Objektivität und Reliabilität.

Vergütung ambulanter Pflegedienste

Ambulante Pflegedienste werden nach Zeitkontigenten oder mit einem Leistungskomplexsystem vergütet. Bei Zeitkontigenten wird die vorher vereinbarte Zeit vergütet, in der jeweils entschieden werden kann, welche Leistungen durch den Pflegedienst erbracht werden sollen. Sollten Leistungskomplexsysteme zur Anwendung kommen, dann werden Leistungen, welche zusammenhängen (zum Beispiel kleine Körperpflege: 1. An-/ Auskleiden 2. Teilwaschen, 3. Mund- und Zahnpflege, 4. Kämmen), zu einem Leistungskomplex zusammengefasst und abgerechnet. Eine Aufteilung der pflegerischen Tätigkeiten in Einzelleistungen würde dem Prinzip der Ganzheitlichkeit widersprechen und findet somit keine Anwendung.

Abrechnung der Leistungen ambulanter Intensivpflege

Der Preis wird für den jeweiligen Einzelfall zwischen dem Leistungserbringer und dem Leistungsträger vor Ort vereinbart. (s. Leistungsgruppe IV, SGB V). Im Falle einer Verlegung des Patienten ins Krankenhaus ruht der Pflegevertrag für die Dauer des Krankenhausaufenthalts.

 

 

 

 

 


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