Anzeige


Pflegekosten

Pflegebedürftigkeit tritt oftmals schneller auf, als man denkt. Um sich über die entstehenden Pflegekosten keine Sorgen machen zu müssen, lohnt es sich, sich frühzeitig über Pflegegeldansprüche zu informieren.

Stethoskop auf einem Bündel Geldscheine.
© nito | Fotolia.com

Bei einer bestehenden oder aufkommenden Pflegebedürftigkeit ist vor allem der finanzielle Aspekt oftmals das wichtigste Thema. Denn unterschiedliche Pflegeansprüche bedeuten auch unterschiedliche Pflegeformen und verursachen demnach unterschiedlich hohe Pflegekosten. Pflegebedürftige sollten selbst – im Rahmen ihrer Möglichkeiten – entscheiden dürfen, ob sie die Hilfe eines Pflegedienstes in Anspruch nehmen oder von einem Angehörigen gepflegt werden möchten. Die Pflegekasse gewährt auf Grundlage der Pflegestufe (ab 2017: Pflegegrad) finanziel-le Unterstützung in Form von Pflegegeld, sofern die Pflege durch einen Angehörigen oder einen ehrenamtlichen Helfer übernommen wird. Mit diesem können die anfallenden Pflegekosten gedeckt werden. Bei der Berechnung des Pflegegeldanspruches spielt auch eine mögliche dauerhaft eingeschränkte Alltagskompetenz, z.B. in Form von demenziellen Erkrankungen, eine Rolle. Das Pflegegeld fällt auf der jeweiligen Stufe höher aus.

Die Pflegestufen im Überblick


Pflegegeldanspruch Pflegesachleistungen
Pflegestufe 01)
Pflegestufe 0 (mit Demenz) 123€ monatlich Bis zu 231€ monatlich
Pflegestufe 12) 244€ monatlich Bis zu 468€ monatlich
Pflegestufe 1 (mit Demenz) 316€ monatlich Bis zu 689€ monatlich
Pflegestufe 23) 458€ monatlich Bis zu 1.144€ monatlich
Pflegestufe 2 (mit Demenz) 545 € monatlich Bis zu 1.298€ monatlich
Pflegestufe 34) 728€ monatlich Bis zu 1.612€ monatlich
Pflegestufe 3 (mit Demenz) 728€ monatlich Bis zu 1.612€ monatlich

1) Versicherte mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz
2) Erhebliche Pflegebedürftigkeit
3) Schwerpflegebedürftigkeit
4) Schwerstpflegebedürftigkeit (Härtefall)

Pflegegeld nach Pflegegraden (ab 2017):

316€ monatlich bei Pflegegrad 2
545€ monatlich bei Pflegegrad 3
728€ monatlich bei Pflegegrad 4
901€ monatlich bei Pflegegrad 5

Mit der Wirksamkeit des zweiten Pflegestärkungsgesetzes wird nicht nur der Begriff der Pflegebedürftigkeit – auch im Hinblick auf Demenz – genauer definiert, sondern auch die Höhe des Pflegegeldes entsprechend angepasst. Es mag auffallen, dass für den Pflegegrad 1 kein Pflegegeld festgesetzt wurde. Dieser ist mit der Pflegestufe 0 vergleichbar, die Regelung sieht lediglich eine zweckgebundene Kostenerstat-tung von bis zu 125€ vor.

Pflegekosten berechnen

Um sich einen Überblick über seine Möglichkeiten zu verschaffen, gibt es praktische Online-Rechner, sowohl für die Einschätzung der zugrundeliegenden Pflegestufe als auch für den voraussichtlichen monatlichen Pflegegeldanspruch. Ebenfalls bieten manche Online-Tools darüber Aufschluss, wie hoch die entstehenden Pflegekosten circa ausfallen. Durch die Abfrage der Pflegestufe und den benötigten Hilfestellungen wird ein Durchschnittsbetrag errechnet, welcher zur Orientierung genutzt werden kann. Wichtig ist auch, sich im Vorfeld über die unterschiedlichen Pflegeformen zu informieren, um die passende Behandlung für die eigene Situation zu finden.

Wie viel die Pflegekasse zahlt ist nicht nur abhängig von der Pflegestufe, sondern auch von der Art der Pflege. Während in der oben abgebildeten Tabelle die Bezuschussung für die häusliche Pflege durch Angehörige zu finden ist, wird im Folgenden die Bezuschussung für Pflegekosten in Bezug auf externe Pflegesachleistungen aufgezeigt. Externe pflegerische Leistungen werden im Bedarfsfall ebenfalls anteilig von der Pflegekasse finanziell unterstützt – die in Anspruch genommenen Pflegesachleistungen werden jedoch mit dem Pflegegeldanspruch verrechnet.

Hierunter fallen beispielsweise die Kurzzeit- und Verhinderungspflege sowie die Tages- und Nachtpflege. Wird ein Pflegebedürftiger temporär nicht durch A-gehörige gepflegt, da dieser beispielsweise durch Krankheit verhindert ist, so wird für einen Zeitraum von bis zu sechs Wochen im Jahr die sogenannte Verhinderungspflege gewährleistet. Dasselbe gilt für die Kurzzeitpflege – beispielsweise bei einem Krankenhausaufenthalt – für bis zu vier Wochen im Jahr. Die Pflegekasse gewährt weiterhin die Hälfte des Pflegegeldanspruchs, somit können die Pflegekosten weiterhin gedeckt werden. Außerdem können berufstätige Angehörige oder solche, welche Menschen mit Demenz pflegen, auf das Angebot der teilstationären Tages- und Nachtpflege zurückgreifen. Dies ist nicht nur eine Möglichkeit, einem geregelten Beruf nachzugehen, sondern schützt ebenfalls Pflegebedürftige, die beispielsweise an Demenz erkrankt sind und nachts nicht von ihren Angehörigen überwacht werden können.


Kurzzeitpflege /Verhinderungspflege Teilstationäre Tages-/Nachtpflege Vollstationäre Pflege Zusätzliche Betreuungsleistungen
Pflegestufe 0 1.612€ jährlich 1.248€ jährlich
Pflegestufe 0 (mit Demenz) 1.612€ jährlich 231€ monatlich 2.496€ jährlich
Pflegestufe 1 1.612€ jährlich 468€ monatlich 1.064€ monatlich 1.248€ jährlich
Pflegestufe 1 (mit Demenz) 1.612€ jährlich 689€ monatlich 1.064€ monatlich 2.496€ jährlich
Pflegestufe 2 1.612€ jährlich 1.144€ monatlich 1.330€ monatlich 1.248€ jährlich
Pflegestufe 2 (mit Demenz) 1.612€ jährlich 1.298€ monatlich 1.330€ monatlich 2.496€ jährlich
Pflegestufe 3 1.612€ jährlich 1.612€ monatlich 1.612€ monatlich 1.248€ jährlich
Pflegestufe 3 (mit Demenz) 1.612€ jährlich 1.612€ monatlich 1.612€ monatlich 2.496€ jährlich

 


Suchmodule


Anzeige