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Pflegebedürftigkeit und Pflegetagebuch

Wer ist eigentlich pflegebedürftig und wie wird darüber entschieden? Um die tatsächliche Pflegebedürftigkeit einer Person feststellen zu können, ist es neben dem amtlichen Besuch wichtig ein Pflegetagebuch zu führen. Es gibt Aufschluss darüber, wie hoch der tatsächliche Pflegeaufwand im Alltag wirklich ist.

Pflegerinf füllt das Pflegetagebuch aus und redet mit Seniorin.
© advita Pflegedienst GmbH

Begriff der Pflegebedürftigkeit

Der Begriff der Pflegebedürftigkeit ist in § 14 SGB XI definiert. Pflegebedürftig sind demnach Personen, die „wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindestens sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße (§ 15) der Hilfe bedürfen."

Das Pflegetagebuch

Zur Feststellung des Pflegebedarfs und der Einordnung in eine bestimmten Pflegegrad findet ein Hausbesuch durch einen Gutachter des medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) statt.

Um dem Gutachter einen möglichst genauen Einblick in den tatsächlichen Pflegebedarf zu geben, bietet es sich an, im Vorfeld des Besuchs ein Pflegetagebuch zu führen. Es sollte mindestens für ein- bis zwei Wochen geführt werden. Dieses Pflegetagebuch enthält detaillierte Angaben über die einzelnen Tätigkeiten, wie lange sie dauern, an welchen Tagen sie nötig sind und wann am Tag. Darüber hinaus wird unterschieden, ob bei einer Tätigkeit Unterstützung, Anleitung oder Beaufsichtigung benötigt wird oder ob die Tätigkeit teilweise oder sogar in vollem Umfang von der Pflegeperson übernommen werden muss.

Es gibt eine Vielzahl an möglichen Tätigkeiten, essenziell ist beim Führen des Tagebuchs alle Tätigkeiten zu berücksichtigen. Zumeist gibt es Vorlagen in Tabellenform, darin sind oftmals die Überpunkte Körperpflege, Mobilität, Ernährung und hauswirtschaftliche Versorgung aufgeführt.

Unter Körperpflege fallen neben Waschen, Baden oder Duschen auch die Zahn- und Haarpflege sowie Unterstützung beim Toilettengang. Bei der Mobilität spielt beispielsweise das Ankleiden eine Rolle. Der Bereich Hauswirtschaft umfasst dann Dinge wie Einkaufen, Putzen oder Kochen. Häufig kommt es vor, dass Angehörige vermeintliche Kleinigkeiten, wie beispielsweise die immer wiederkehrende Aufforderung an den Pflegebedürftigen ausreichend zu trinken oder zu essen, vergessen aufzunehmen. Aber gerade diese Kleinigkeiten erhöhen den zeitlichen Aufwand des Pflegebedarfs erheblich und bleiben dem Gutachter bei seinem kurzen Besuch häufig verborgen. Daher müssen gerade solche „Kleinigkeiten" notiert werden und dem Gutachter mitgeteilt werden, damit er eine möglichst realistische Einschätzung des Pflegeaufwands vornehmen kann.

Das Ergebnis dieser Prüfung entscheidet schließlich für den Grad der finanziellen Entlastung des Pflegebedürftigen bzw. seiner Angehörigen.

 


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