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Pflegezeit: Wie die Pflege eines Angehörigen sinnvoll mit dem Beruf vereinbart werden kann

Sei es durch eine lange schwere Erkrankung oder ein plötzliches Ereignis, ein Pflegefall in der Familie stellt diese vor große Herausforderungen und es muss schnell gehandelt werden. Nicht immer findet sich dafür sofort ein Pflegedienst oder ein Platz in einem Pflegedienst, sodass dann vorerst die Familie die Pflege übernehmen muss. Um diese Pflege mit dem Beruf zu vereinbaren, hat die Bundesregierung die Pflegezeit geschaffen.

Lätere Dame wird in Ihrem Rollstuhl von der Tochetr Sparzieren gefahren.
© highwaystarz | Fotolia.com

Für die Pflegezeit gibt es verschiedene Möglichkeiten, die im Folgenden kurz vorgestellt werden:

  • Kurzzeitige Arbeitsverhinderung: Bei akuten Pflegefällen naher Angehöriger hat ein Arbeitnehmer die Möglichkeit, für zehn Tage von der Arbeit freigestellt zu werden, um die kurzfristigen Pflegemaßnahmen zu übernehmen oder die weitere Pflege zu organisieren. Dies ist in § 2 des Pflegezeitgesetzes geregelt. In diesem Fall wird kein Lohn durch den Arbeitgeber gezahlt. Bei der Pflegeversicherung des Pflegebedürftigen kann aber das sogenannte Pflegeunterstützungsgeld beantragt werden.
  • Pflegezeit: § 3 des Pflegezeitgesetzes ist für die Pflegezeit verantwortlich, die bis zu sechs Monate andauern kann. Dazu kann es eine teilweise oder eine vollständige Freistellung von der Arbeit geben. Einen rechtlichen Anspruch gibt es aber nur, wenn im Betrieb mehr als 15 Personen angestellt sind. Zur finanziellen Entlastung, da kein Lohn gezahlt wird, kann beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben ein zinsloses Darlehen beantragt werden.
  • Familienpflegezeit: Bei der Familienpflegezeit kann die Arbeitszeit für maximal zwei Jahre auf bis zu 15 Stunden in der Woche reduziert werden. Geregelt ist dies im Familienpflegezeitgesetz. In diesem Fall zahlt der Arbeitgeber den anteiligen Lohn und als Aufstockung kann wiederum ein zinsloses Darlehen beantragt werden. Auch hier besteht ein Rechtsanspruch in Betrieben mit mindestens 16 Angestellten.

Tipps für Betroffene

Die Familienpflegezeit wurde von der Bundesregierung entwickelt, um für Pflegebedürftige und deren Angehörige Entlastung zu schaffen. Während dieser Zeit muss der Arbeitnehmer eine Familienpflegezeitversicherung abschließen, diese sichert den Fall ab, dass der Arbeitnehmer vor dem Ende der Rückzahlung des Darlehens seine Anstellung verliert.

Dauer und Art der Pflegezeit müssen mit dem Arbeitgeber schriftlich festgehalten werden. Mit der schriftlichen Ankündigung dieser erhält der Arbeitnehmer dann einen Sonderkündigungsschutz für die gesamte Dauer der Pflegezeit. Eine frühzeitige Beendigung dieser ist nur dann möglich, wenn der Arbeitgeber dieser zustimmt.

Die letzte Lebensphase eines Menschen ist auch für die Angehörigen sehr emotional. Deshalb gibt es für sie die Chance, bis zu drei Monate lang eine Auszeit vom Beruf zu nehmen, um den Angehörigen in dieser Phase zu begleiten. Dies trifft auch dann zu, wenn sich dieser nahe Angehörige in einem Hospiz befindet.

 


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