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Erbunwürdigkeit

Die rechtlichen Rahmenbedingungen (§ 2339 BGB) definieren die Erbunwürdigkeit.

Anwalt in seinem Büro.
© Kzenon | Fotolia.com

Erbunwürdig ist, wer

  • den Erblasser oder die Erblasserin getötet oder zu töten versucht hat;
  • den Verstorbenen oder die Verstorbene in einen Zustand versetz hat, der ihn oder sie daran hinderte, eine letztwillige Verfügung zu errichten 8Betäubung, Bewusstlosigkeit);
  • den Erblasser oder die Erblasserin daran gehindert hat, ein Testament oder einen Erbvertrag zu errichten oder aufzuheben (Gewalt, Täuschung, Drohung);
  • umgekehrt den Erblasser oder die Erblasserin durch Täuschung oder Drohung dazu gebracht hat, ein Testament oder einen Erbvertrag zu errichten;
  • ein Testament oder einen Erbvertrag des oder der Verstorbenen gefälscht oder verfälscht oder vernichtet hat.

Eine Erbunwürdigkeit muss durch Anfechtung geltend gemacht werden, sie tritt also -trotz vorliegen eines o.g. Grundes- nicht automatisch ein. Das geschieht durch Klage vor Gericht. Wobei ein bloßer Verdacht nicht ausreichend ist. Im Rahmen der klage muss die Erbunwürdigkeit vom Kläger begründet und bewiesen werden.

Die Klage unterliegt einer Frist von einem Jahr ab Kenntnis der Anfechtungsgründe.
Ist die Klage erfolgreich, fällt die Erbschaft an den, laut gesetzlicher Erbfolge oder Testament bestimmten „nächsten" Erben.

Oben aufgeführte Gründe gelten im Rahmen der sog. Vermächtnisunwürdigkeit auch für Pflichtteilsberechtigte oder sonstige Vermächtnisnehmer.

Differenziert wird hier durch die Art der Entziehung. Bezüglich des Pflichtteils muss die Entziehung durch den Erblasser in Testament oder Erbvertrag angeordnet worden sein. Eine Erbunwürdigkeit hingegen, wird erst nach dem Tod des Erblassers durch andere Erben geltend gemacht.

Eine Anfechtung ist ausgeschlossen, wenn der Verstorbene dem oder der Erbunwürdigen verziehen hat (§2343 BGB).

 

Quelle: Christian Lang, M.Sc., LL.M.

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