Anzeige


Nichteheliche Kinder, Adoptivkinder Stiefkinder

Wer der leibliche Vater ist, muss bei unehelichen Kindern klargestellt sein. Zwischen Minderjährigen und Volljährigen wird bei Adoptivkindern unterschieden. Das gesetzliche Erbrecht gegenüber der Mutter hat bei nicht ehelichen Kindern schon immer denselben Umfang wie bei ehelichen Kindern. Gegenüber den Vätern ist dieses allerdings erst seit einer Gesetzesregelung im April 2011 so.

Zwei Anwälte mit dem BGH im Arm.
© Kzenon | Fotolia.com

Eine geklärte Abstammung ist dabei unabdingbar. Das bedeutet, es muss rechtlich verbindlich geklärt sein, dass der nichteheliche Vater der Vater des Kindes ist. Ob dieses durch Anerkennung oder durch gerichtliche Vaterschaftsfeststellung geschieht, spielt keine Rolle. Dieses ist Grundlage und Voraussetzung für ein bestehendes Verwandtschafts-verhältnis und somit auch für die erbrechtliche Einordnung.

Da es bei feststehender Vaterschaft keine Differenzierung der Erben -ehelich oder unehelich- mehr gibt, treten auch uneheliche Kinder in eine etwaige Erbengemeinschaft ein. Ist dies vom Erblasser nicht gewünscht, muss eine entsprechende testamentarische Anordnung getroffen werden.

Adoptivkinder

In der Regel wird ein minderjähriges Kind adoptiert. Dadurch erlangt das Kind die volle rechtliche Stellung eines ehelichen Kindes. Das bedeutet, ein Adoptivkind erbt wie ein eheliches Kind.
Die Adoption hat auch Auswirkungen auf die Erbfolge. So treten hier Abkömmlinge des Adoptivkindes und auf die Verwandten der Adoptiveltern in die Erfolge ein, als wären es eheliche Kinder. Dahingegen erbt das adoptierte Kind nicht mehr von seinen blutsverwandten Eltern und diese auch nicht von ihm.

Zusatzinformationen

Für zum Stichtag 1. Januar 1977 adoptierte Kinder, welche bereits volljährig waren, gelten die Bestimmungen über die Annahme Volljähriger.

Adoptieren z.B. Geschwister, Onkel oder Tanten (Verwandte 2. oder 3. Grades), so erlischt nur die Verwandtschaft zu den leiblichen Eltern. Alle übrigen Erbfolgen, beispielsweise zu den Großeltern, bleiben bestehen und können erbrechtliche Ansprüche auslösen.

Adoption Volljähriger

Wird eine Volljährige(r) adoptiert, entstehen ihm/ihr keine erbrechtlichen Ansprüche gegenüber den Verwandten der Adoptiveltern. Es besteht aber ein Erbrecht des Adoptierten und dessen Kindern gegenüber den Adoptiveltern und umgekehrt.

Stiefkinder und Stiefelter

Dahingegen erben Stiefkinder nur von ihrem leiblichen Elternteil, da sie mit dem Stiefelternteil nicht verwandt sind. Auch die Stiefeltern erben nicht gem. gesetzlicher Regelungen von den Stiefkindern.

 

Quelle: Christian Lang, M.Sc., LL.M.

Suchmodule


Anzeige