Anzeige


Anzeigensonderveröffentlichung

Patientenverfügung: Den eigenen Willen absichern

Immer wieder hören wir von Fällen, in denen Menschen durch Unfälle oder Krankheiten in einen Zustand völliger Hilflosigkeit geraten und nicht mehr selbst entscheiden können, was mit ihnen passiert. Eine Patientenverfügung dokumentiert im Voraus die eigenen Wünsche, beispielsweise den Verzicht auf lebensverlängernde Maßnahmen.

Schriftzug Patientenverfügung auf Block.
© PhotographyByMK | Fotolia.com

Patientenverfügung, so nennt man Vorausverfügungen, die festlegen, welche medizinischen Untersuchungen, Behandlungen oder Eingriffe dem Willen des Patienten entsprechen, wenn dieser aufgrund seines Zustandes nicht mehr selbst entscheiden kann. Sie sind bindend, auch für Ärzte und Anwälte.

Ab dem 18. Lebensjahr ist jeder berechtigt, schriftlich festzulegen, ob und wie er behandelt werden möchte, wenn er nicht mehr entscheidungsfähig ist.

Gesetzliche Lage versus eigenen Willen

Bei akuter Lebensgefahr entscheiden die Ärzte. Das Sichern des Überlebens hat erste Priorität. Ansonsten aber zählt der Wille des Patienten. Was aber geschieht, wenn der Betroffene nicht mehr selbst seinen Willen äußern kann, etwa weil wichtige Hirnfunktionen irreparabel geschädigt wurden? Liegen keine Verfügungen vor, wird versucht, den mutmaßlichen Willen anhand der Frage: „Wie würde er entscheiden, wenn er könnte?", zu ermitteln. Doch ohne konkrete Anhaltspunkte oder schriftlich Dokumentiertes ist es schwierig, diese Frage zu beantworten. Umso wichtiger ist es, die eigenen Wünsche und Werte vorsorglich schriftlich zu formulieren sowie vertraute Bevollmächtigte zu benennen, die diese Vorstellungen dann auf die konkrete Situation übertragen können.

Was geschieht, wenn der Patient aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes nicht mehr entscheidungsfähig ist, zum Glück aber eine Patientenverfügung vorliegt? In diesem Fall müssen die behandelnden Ärzte zunächst prüfen, welche Schritte in Hinblick auf den Gesamtzustand und die Prognose des Patienten sinnvoll sind. Anschließend erörtern sie mögliche Maßnahmen mit Betreuern oder den Bevollmächtigten, natürlich stets unter Berücksichtigung des dokumentierten Patientenwillens.

Die Patientenverfügung – Was zu tun ist

Muster von Patientenverfügungen finden sich kostenlos im Internet, beispielsweise auf den Webseiten von karitativen Organisationen. Die Vorlagen führen exemplarisch medizinische Notsituationen auf (zum Beispiel das Endstadium einer tödlich verlaufenden Krankheit) und geben im Ankreuzverfahren die möglichen Handlungsanweisungen des Patienten vor (etwa den Verzicht auf lebenserhaltende Maßnahmen).

Bestimmt mag es Überwindung kosten, sich mit den möglichen Folgen von Unfällen oder Krankheiten auseinanderzusetzen. Aber wer nicht rechtzeitig dokumentiert, was den eigenen Weisungen und Vorstellungen entspricht, riskiert, dass andere für ihn entscheiden.

Doppelt selbstbestimmt: Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht

Die Verbündete der Patientenverfügung ist die Vorsorgevollmacht. Diese legt fest, wer den in der Patientenversorgung dokumentierten Willen repräsentieren soll, wenn der Betroffene es nicht mehr selbst kann. Meist sind die Vorsorgebevollmächtigten enge Vertraute, etwa Ehepartner oder Kinder, die die Wünsche und Wertevorstellungen des Patienten gut kennen.

Falls keine Vorsorgevollmacht vorliegt, wird der Patient durch einen gesetzlichen Betreuer vertreten. Er hat die Aufgabe, die in der Patientenverfügung festgelegten Wünsche zu repräsentieren.

Eine Vorsorgevollmacht ist sinnvoll, weil selbst eine detaillierte Patientenverfügung den eigenen Willen nicht für alle Szenarien hinreichend beschreiben kann. Zu komplex sind häufig die medizinischen „Fälle" zwischen Leben und Tod. Die in der Vorsorgevollmacht genannte Vertrauensperson hilft dann - stets unter Berücksichtigung der bindenden Patientenverfügung – so zu entscheiden, wie es den Werten und Vorstellung des Patienten entspräche.

Patientenverfügung – die wichtigsten Tipps für Sie:

Überwinden Sie sich!

Es mag Überwindung kosten, sich ein Szenario völliger Hilflosigkeit auszumalen, aber gerade im Fall der Fälle sollten die eigenen Vorstellungen zählen, oder? Vielleicht möchten Sie das heikle Thema mit Ihren Familienangehörigen besprechen? Ein gemeinsames Gespräch kann den Schrecken nehmen und Klarheit fördern.

Vertrauen Sie auf Unterstützung

Eine Person Ihres Vertrauens hilft Ihnen, Ihre Verfügungen durchzusetzen, wenn Sie es nicht mehr können. Falls das in der Patientenverfügung schriftlich Fixierte nicht ausreicht, um daraus konkrete Handlungsanweisungen abzuleiten, repräsentiert sie ihren „mutmaßlichen Willen" und entscheidet in Ihrem Namen so, wie sie vermutlich entschieden hätten. Durch eine Vorsorgevollmacht legen Sie die Person Ihres Vertrauens fest. Natürlich bleiben die in der Patientenverfügung festgelegten Verfügungen auch für den Vorsorgebevollmächtigten immer bindend.

Formulieren Sie konkret

Schreiben Sie ruhig genau auf, wie Sie sich die medizinische Versorgung vorstellen. Vielleicht unterstützt Sie ein Vertrauter oder Anwalt bei exakten Formulierungen. Vorlagen von Patientenverfügungen helfen bei der Festlegung von Handlungsanweisungen für den Ernstfall.

Hinterlegen Sie sicher

Eine Patientenverfügung, versteckt im hintersten Winkel Ihres Kellers, nützt vermutlich wenig. Bewahren Sie das wichtige Dokument lieber an einem sicheren Ort auf, welchen Ihre Vertrauenspersonen kennen. Sie können die Patientenverfügung auch bei Notaren oder Institutionen wie dem Zentralen Vorsorgeregister (ZVR) hinterlegen.

Ändern Sie beizeiten

Ihre Ausgangssituation, aber auch Ihre Werte und Vorstellungen mögen sich im Lauf der Jahre geändert haben. Vielleicht macht es Sinn, Ihre Patientenverfügung von Zeit zu Zeit zu „überprüfen" und gegebenenfalls anzupassen.

Sprechen Sie unsere Ruhestandsspezialisten konkret auf dieses Thema an. Gerne unterstützen sie Sie bei der Suche nach einem passenden Rechtsanwalt oder Notar, der Ihnen mit Rat und Tat zur Seite steht.

 

Unser Angebot zum Thema Vorsorge im Deutschen Seniorenlotsen

 

Quelle: AEGON
Anzeigensonderveröffentlichung

Suchmodule


Anzeige